Absichtliche Verharmlosung der Gefahr durch Fukushima

Das Unglück von Fukushima im März 2011 war die schwerste Atomkatastrophe nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl in den 80er Jahren. Das japanische Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde von einem 15 Meter hohen Tsunami getroffen, woraufhin es in mehreren Blöcken der Anlage zu Explosionen und schließlich zu einer Kernschmelze kam.

Große Gebiete um das Kraftwerk sind seitdem radioaktiv verseucht und werden jahrzehntelang nicht bewohnbar sein. Tausende Japaner verloren so in einer Zeit, die durch den Tsunami schon schwer genug war, ihre Angehörigen und ihr Zuhause und müssen zudem mit der ständigen Furcht leben, lebensgefährlich verstrahlt worden zu sein nach der Katastrophe.

Hätte dieses Unglück verhindert werden können? Wie sich jetzt herausstellt, lautet die Antwort auf diese Frage eindeutig: ja. Der Kraftwerksbetreiber Tepco gab nun zum ersten Mal seit der Katastrophe offen zu, die Gefahr, die durch die Anlage im Fall eines Erdbebens oder Tsunamis ausging, bewusst verharmlost zu haben. Das Risiko sei durch das Unternehmen absichtlich heruntergespielt worden, um so eine Schließung des AKW zu vermeiden.

Demnach habe Tepco sich dagegen geweigert, weitreichende Sicherheitsmaßnahmen anzuordnen, da dies möglicherweise den Eindruck hätte vermitteln können, Atomkraftwerke seien nicht sicher. Bereits im Sommer hatte ein Untersuchungsausschuss festgestellt, dass das Unglück vermeidbar gewesen und als eine von Menschen verursachte Katastrophe zu bezeichnen sei.

Die Stellungnahme des Betreibers und das Eingeständnis, Sicherheitsmaßnahmen absichtlich abgelehnt zu haben, unterstreichen diese Feststellung nur noch. Das Unglück von Fukushima lässt sich nicht mehr rückgängig machen, doch Japan hat eine Lehre daraus gezogen und plant, bis zum Jahr 2040 komplett aus der Atomkraft auszusteigen.

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