Aktuelles aus dem Bereich Bioenergie: Baden-Württemberg eröffnet neues Bioenergiedorf

Baden-Württembergs Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat letzte Woche das neue Bioenergiedorf Büsingen eröffnet. Geplant ist, dass sich die Gemeinde völlig autark versorgen kann. Im Sommer soll dies durch Solarthermie erreicht werden, im Winter soll zudem unterstützende Bioenergie verwendet werden. Auffällig am Konzept in Büsingen ist, dass man bei der Versorgung hauptsächlich auf Solarthermie und nicht auf Photovoltaik setzt, obwohl PV-Anlagen durch das Erneuerbare Energien Gesetz stärker gefördert werden.

Bioenergiedörfer als energieautarke Regionen

In Deutschland existieren bereits diverse Bioenergiedörfer. Charakteristisch für diese Art der Energieversorgung ist, dass sich die betreffenden Regionen – zumeist Dörfer – weitgehend autark vom konventionellen Energiesystem, mit Strom und Wärme versorgen können. Sinn der Konzepte ist es, vor allem regional bereit gestellte Biomasse zu nutzen um die Region auch wirtschaftlich und sozial stärken zu können. Das erste Bioenergiedorf wurde 2006 in Jühnde bei Göttingen eröffnet. Zentrales Element der energetischen Versorgung ist zumeist eine Biogasanlage mit integrierten Blockheizkraftwerk (BHKW) oder ein Biomasseheizkraftwerk. Gefordert ist zudem, dass Kraft-Wärme-Kopplung genutzt wird und ausschließlich regenerative Energiequellen verwendet werden. Neben Biomasse können das Photovoltaik-Anlagen oder wie im Fall Büsingen, solarthermische Anlagen sein.

Weshalb wird in Büsingen auf Solarthermie zurückgegriffen?

Obwohl PV-Anlagen durch das EEG stärker gefördert werden greift man in Büsingen auf solarthermische Anlagen zurück. Dies hat den Grund, dass die neu installierten Vakuumröhrenkollektoren einen vielfach höheren Wirkungsgrad als ähnlich leistungsfähige Photovoltaik-Anlagen haben und einen Betrieb lohnenswert machen. Büsingen setzt zusätzlich auf ein Biomassenheizkraftwerk welches in sehr warmen Sommerperioden – wie im Moment – völlig abgeschaltet werden kann und damit seine eigene Lebensdauer stark erhöht. Zudem spart sich das Energiedorf dadurch hohe Wartungs – und Reparaturkosten. Die Baden-württembergische Landesregierung unterstützt Büsingen mit 100.000 Euro aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, kurz EFRE. Grund dafür ist die Neuartigkeit des Ansatzes durch Nutzung der Solarthermie. In Baden-Württemberg will man derartig innovative Konzepte gezielt fördern.

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