AKW in Japan soll wieder in Betrieb genommen werden

Über ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima sind noch immer beinahe alle Reaktoren auf japanischem Boden abgeschaltet. 54 an der Zahl sind es und derzeit dauern Wartungsarbeiten und Stresstests an, die erforderlich waren, nachdem eines der Kraftwerke zu einer der größten Umweltkatastrophen der Geschichte geführt hatte. Doch nun plant ein japanischer Konzern, zwei Kraftwerke frühzeitig wieder ans Netz zu bringen.

Der Betreiber Kansai Electric hatte gefordert, zwei seiner Reaktoren wieder hochfahren zu dürfen. Doch darüber muss nun zunächst einmal die japanische Regierung entscheiden, was diese Woche geschehen soll. Es ist keine leichte Entscheidung, denn auch aus dem Volk kommt massiver Widerstand.

Am liebsten hätte man, die Reaktoren würden nie wieder zum Laufen gebracht werden. Außerdem warnen Experten vor zu frühzeitigen Entscheidungen. Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen an den Reaktoren seien nämlich noch gar nicht durchgeführt worden.

Dabei handelt es sich um mehr als ein Drittel der geforderten Sicherheitsrichtlinien, die von der Atomsicherheitsbehörde gefordert werden. Dazu gehört das Einbauen von Filteranlagen für das Lüftungssystem, womit die Freisetzung von Radioaktivität deutlich verringert werden kann. Ebenso der Bau eines Krisenzentrums für den Notfall ist vorgesehen.

Im AKW Ohi ist jedoch beides noch nicht geschehen. Zwar gibt es dort ein Krisenzentrum, dieses liegt jedoch im Erdgeschoss und würde so bei einem Tsunami überflutet werden und könnte den Mitarbeitern keine Hilfe bieten. Nach eigenen Angaben hatten die Tepco Arbeiter in Fukushima das dortige Krisenzentrum, das etwas erhöht liegt, nach dem Unglück aufgesucht. Es sei damals essentiell für ihr Überleben gewesen. Zudem fehlen in Ohi Schutzmauern, die den von einem Tsunami mitgetragenen Schutt abhalten müssten.

Nach Angaben von Experten würden die Arbeiten, die nötig wären, um all diese Richtlinien zu erfüllen, noch mindestens bis 2015 dauern. Gerade deshalb sei es absolut unvernünftig, die Reaktoren jetzt schon wieder in Betrieb zu nehmen. Der Mangel an Strom im Land sei zwar allgegenwärtig, doch die Sicherheit der AKW gehe trotzdem vor.

Back to top button
Close
Close