Angra 3 weiterhin umstritten und noch immer ohne Sicherheitsgutachten

Die Bürgschaft der Bundesregierung für die Förderung des brasilianischen Atomkraftwerks Angra 3 bleibt weiterhin offen. Bisher sind Atomgegner empört gegen die Regierung auf die Straße gegangen, weil es ihnen zu scheinheilig erscheint, im eigenen Land die Atomkraft abzuschaffen und dafür aber andere Länder zu unterstützen, diese fortzuführen.

Angra 3 gilt zudem als äußerst umstritten, denn es müssen noch Auflagen des Betreibers erfüllt werden, so dass ein Betrieb der Anlage überhaupt genehmigt werden kann. Dieses Gutachten, das nötig ist, lässt allerdings noch immer auf sich warten, so dass sich auch der Exportkredit der Bundesregierung weiter nach hinten schiebt.

Atomgegner und Experten sind sich nicht sicher, ob das Kraftwerk an einem sicheren Standort liegt, denn ähnlich wie in Fukushima könnte hier ein Tsunami den Reaktor zerstören und damit zu einem verheerenden Unglück führen. Der Bundesregierung wird nun vorgehalten, sich auf die Stresstests der Brasilianer zu verlassen, anstatt auf die eigene Expertise zu hören.

Von allen Seiten wird gefordert, die Bürgschaft einfach abzusagen, doch die Regierung scheint in eine andere Richtung drängen zu wollen. Der Atomkonzern Avera sieht das Gutachten eher weniger kritisch. Man wolle nicht die Sicherheit der Anlage damit hinterfragen. Avera hatte die Bürgschaft in Höhe von 1,3 Milliarden Euro bei Deutschland beantragt.

Die Zusage hat die Regierung bereits gegeben, allerdings ist es seit der Katastrophe in Fukushima immer wieder zu Verschiebungen gekommen, da auch das Gebiet um Angra 3 als erdbebengefährdet gilt. Es sei außerdem nur äußerst schwer zu evakuieren. Zwei Punkte, die allein schon dagegen sprechen würden, ein derartiges Projekt zu unterstützen.

Ob die Bundesregierung auf die Forderungen von Umweltschützern und Atomgegnern eingeht, ist eher fraglich. Sollte es endlich zu einem angemessenen Gutachten kommen, wird man sicher mehr zu diesem Thema in den Medien hören.

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