Antriebe der Zukunft: Meilenstein in der umweltschonenden Luftfahrt

Dem Schweizerischen Flugzeugprojekt „Solar Impulse“ ist ein weiteres Etappenziel in der brennstofffreien Luftfahrt gelungen. Nach Berichten von SPIEGEL ONLINE meisterte das solarbetriebene Flugzeug der beiden Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg die etwa 1170 Kilometer weite Entfernung vom kalifornischen Mountain View bis zum Phoenix International Airport allein durch die Energie der Sonne.

Über 18 Stunden Flug mittels Solarenergie:

Der Flug dauerte 18 Stunden und 18 Minuten und fand auch teilweise bei Nacht statt. Laut Piccard ist das Ziel des Projektes zu beweisen, dass mittels tagsüber geladener Solarenergie auch Nachtflüge unternommen werden können. In mehreren Etappen soll das Flugzeug dabei von der amerikanischen Westküste zur Ostküste fliegen. Diese Entfernung entspricht etwa 4350 Kilometern. Langfristiges Ziel ist eine Weltumrundung.

Das mit 1600 Kilogramm verhältnismäßig leichte Flugzeug, hat in etwa die Spannweite einer Boeing 777. Das Flugzeug ist mit 11.628 Solarzellen bestückt, davon allein 10.748 auf der etwa 200 m2 großen Tragflügeloberseite. Als Antrieb dienen einfache Elektromotoren. Diese sind mit einem niedertourigen, zweiblättrigen Propeller verbunden, welcher 200 bis 400 Umdrehungen pro Minute erzeugt. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit beträgt 70 Kilometer pro Stunde.

Das Projekt ist bereits zehn Jahre alt. Der erste Testflug von „Solar Impulse“ fand 2010 statt, als das Flugzeug von Europa nach Afrika und wieder zurück geflogen ist.

Demonstrationsprojekt für den zukünftigen Alltag:

Der neueste Flug von Kalifornien nach Arizona stellt allerdings etwas Besonderes dar. Obwohl der letzte Teil des Fluges in der Nacht stattfand waren die Batterien in Phoenix noch zu einem Viertel gefüllt. Piccard sagte dazu: „Wenn ein Flugzeug tagsüber oder nachts ohne Treibstoff fliegen kann, zeigt das, dass wir diese Technologie auch im Alltag nutzen können – zum Heizen, Kühlen, für die Beleuchtung und in Autos.“  Piccard sieht sein Projekt als Demonstration der technischen Potentiale durch die Nutzung von Solarenergie.

Probleme ergeben sich bei schlechten Wetterverhältnissen. Aufgrund der Leichtigkeit des Flugzeugs kann es bei starken Winden oder Unwettern nicht fliegen. Dies schreckt die beiden Schweizer allerdings nicht von ihren Zielen ab. Offizielles Projektziel ist nicht der Ausbau des Flugzeugs für den Massenflugverkehr, sondern die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Nutzung und Förderung erneuerbarer Energien.

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