Artenvielfalt vs. Biomasse

Bereits Mitte letzter Woche fand eine Anhörung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Bundestag unter dem Titel „Biomasse im Spannungsfeld von Energiegewinnung und Biodiversität“  statt. Eingeladen waren 8 Sachverständige aus den Bereichen Biogas, Land- und  Forstwirtschaft sowie Umwelt- und Naturschutz.

Biomasse als Beitrag zum Klimaschutz

Bioenergie zählt zu den Erneuerbaren Energien, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzen oder Gülle gewonnen wird. Im Gegensatz zu Wasser-, Wind- oder Sonnenenergie erfolgt die Stromgewinnung hierbei jedoch durch die Verbrennung der Biomasse, bei der auch Kohlendioxid freigesetzt wird, allerdings nur in dem Maße, wie die Pflanzen während ihrer Wachstumsphase CO2 aufgenommen haben. Gäbe es keine zusätzliche Belastung beim Anbau und Transport, wäre die Energiegewinnung durch Biomasse folglich CO2-neutral.

Problemfelder der Biomasseproduktion

Die vermehrte Nachfrage nach Biomasse zur Energiegewinnung verursacht jedoch neue Missstände: Möchte man Raubbau (z.B. Abholzung der Regenwälder) vermeiden, müssen besonders „energie“-reiche Pflanzen wie Raps, Zuckerrohr oder Getreide im großen Stil angebaut werden. Die hierfür benötigten Anbauflächen müssen entweder neu geschaffen werden (z.B. durch Rodung von Waldbeständen) oder umgewidmet werden, wodurch u.U. Ackerflächen für die Produktion von Lebensmitteln verloren gehen. Seit 2009 gibt es in Deutschland entsprechende Nachhaltigkeitsverordnungen, welche die Bedingungen für die Erzeugung von Biomasse für Strom und Kraftstoffe regeln.

Steigerung der Biomasseproduktion gefährdet Artenvielfalt

Zum jetzigen Beginn der UN-Dekade der Biodiversität (2011-2020) ist der Fokus jedoch auf einen weiteren Problembereich gerichtet: Die Optimierung des Pflanzenanbaus für die Energiegewinnung bewirkt zum einen eine sehr einseitige Kultivierung der Ackerflächen, zum anderen werden zur Ertragssteigerung Düngemittel und Pestizide eingesetzt, was beides zu einer Gefährdung der Artenvielfalt in den Anbaugebieten führt. Thema der Anhörung im Bundestag war somit die Frage, wie ein höherer Bedarf an Biokraftstoffen mit dem Erhalt der Artenvielfalt in Einklang gebracht werden kann.

Artenvielfalt durch Regulierung der Landwirtschaft

Von Seiten der Sachverständigen kamen unterschiedliche Lösungsvorschläge zur Sicherung der Artenvielfalt. So forderte Armin Vetter von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft in Jena beispielsweise,  „unabhängig von der späteren Verwendung der Biomasse mindestens drei Fruchtarten in der Fruchtfolge zu gewährleisten“ und Daniela Thrän vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung empfahl, „Fragen der Biodiversität generell mit dem Agrarecht zu koppeln“.

Sparsamerer Verwendung von Biomasse

Florian Schöne vom NABU-Bundesverband warnte davor, die Flächen für den Anbau von Energiepflanzen auszuweiten und empfahl stattdessen auf „Klasse statt Masse“ zu setzen. Auch Karin Holm-Müller von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn sprach sich für eine sparsamere Verwendung von Biomasse aus. So sollte Biomasse nur dann zur Stromgewinnung genutzt werden dürfen, wenn Solar- oder Windenergie nicht zur Verfügung stehen. Kleinere Biogasanlagen dürften nur dann gefördert werden, „wenn sie ökologisch sinnvoll seien“.

Raumplanung zur Effizienzsteigerung

Klaus Brunsmeier vom BUND vertrat die Ansicht, dass die bestehenden Flächen noch besser genutzt werden könnten, warb für eine bessere Planung der Anbauflächen für Erneuerbare Energie ähnlich den Raumordnungsverfahren und bemängelte, dass in Deutschland zwar „jede Straße aber nicht die Flächen für Erneuerbare Energien“ geplant werde.

Link:
Pressemitteilung des Deutschen Bundestages

16 Comments

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