Atomare Renaissance in den USA

Über dreißig Jahre ist es her, dass in den USA der Bau eines Atomreaktors genehmigt wurde. Nun findet die Wende statt. Mit einer Mehrheit von vier Stimmen hat vor kurzem die Nukleare Regulierungskommission in den USA beschlossen, im Bundesstaat Georgia mit dem Bau von zwei Atomreaktoren zu beginnen.

Das Thema Atomkraft ist spätestens seit dem verheerenden Unglück in einem japanischen Atomkraftwerk im vergangenen März wieder auf negative Weise in die Schlagzeilen gekommen. In vielen Städten weltweit gingen Atomkraftgegner auf die Straßen und erreichten teilweise damit so einiges. Deutschland zum Beispiel entschied sich als Folge der Geschehnisse in Fukushima dafür, den Atomausstieg voranzutreiben. Das Resultat ist das geplante Abschalten aller Atomkraftwerke auf deutschem Boden innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Die USA reagierte auch auf das Unglück in Japan. Jedoch auf eine etwas andere Art und Weise als man es in Deutschland tat. Zwar setzte Präsident Obama ebenso alles daran, die Sicherheit sämtlicher US Kernkraftwerke zu überprüfen, doch an einen Atomausstieg des mächtigsten Landes der Welt ist nie im Leben zu denken. Immerhin gibt es mehr als hundert Reaktoren und über 60 Atomkraftwerke auf US-amerikanischem Boden, die derzeit am Netz sind. Statt sich gegen die Atomkraft zu wenden, haben die USA beschlossen, ein Beispiel zu setzen, indem sie den sichersten Reaktor der Welt bauen. Man erhofft sich, dass auch andere Länder dies als vorbildliche Leistung anerkennen und so ein neuer Standard auf dem Markt gesetzt wird.

Wenn alles so läuft wie geplant, sollen die beiden Atomreaktoren im Atomkraftwerk Vogtle in Georgia bereits bis 2016, beziehungsweise 2017, fertig gestellt werden und in Betrieb gehen. Der Energiekonzern Southern Company hat von der Regierung Garantien für Kredite über acht Milliarden Dollar erhalten und verspricht im Gegenzug, bis zu 25.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen, wenn der Bau erfolgreich abgeschlossen ist. Die einzige Gegenstimme aus der NRC, der nuklearen Regulierungskommission, kam vom Chef persönlich. Gregory Jaczko sagte, er könnte dieses Projekt niemals gutheißen und so tun, als wäre Fukushima nie passiert.

Tags
Back to top button
Close
Close