Atomgespräche in Japan

In Japan kommt es in diesen Tagen zu einer weiteren Runde der Atomdebatte. Nach dem Unglück von Fukushima im März letzten Jahres, als es in Folge eines Seebebens zu Explosionen und einer Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam, waren in ganz Japan sämtliche Atomkraftwerke abgeschaltet worden, um sich Wartungsarbeiten und Stresstests zu unterziehen.

Seitdem ist Japan komplett frei von Atomkraft und muss sich mit anderen Energieformen stromtechnisch über Wasser halten, wie beispielsweise mit der Versorgung durch Thermalkraftwerke.

Nun ist jedoch die Diskussion wieder ins Rollen gekommen, ob einige der gewarteten und überprüften Reaktoren nicht doch wieder ans Netz genommen werden sollen. Bisher hat sich dagegen stets Widerstand aus den einzelnen Regionen geregt, denn sie haben das Recht, die Inbetriebnahme der Reaktoren zu verhindern.

Die japanische Bevölkerung ist noch immer unter Schock von der Katastrophe, die sich vor über einem Jahr ereignet hat. An eine Wiederaufnahme der Atomkraft möchte keiner so recht denken. Lieber wäre es vielen Japanern, wenn die erneuerbaren Energien so ausgebaut werden könnten, dass man die Atomkraft nicht mehr brauchen würde. Dies ist jedoch zunächst einmal relativ unrealistisch, denn am Beispiel Deutschlands sieht man ja bereits, wie lange es dauern kann, eine Energiewende erfolgreich durchzuführen.

In Japans Beratungsgremium der Regierung wird deshalb über verschiedene Möglichkeiten diskutiert, bei denen es darum geht, in welchem Maße man die Atomkraft in Zukunft noch einsetzen soll. Als Ziel für die nächsten zwanzig Jahre spricht man nun entweder von null, 15, 20 bis 25 oder 35 Prozent. Eine Option wäre zudem die Überlegung, ob eine Zielgröße dieser Art überhaupt nötig sei, denn man könne es schließlich auch den Marktbedingungen überlassen, festzustellen wie hoch der Anteil der Atomkraft in Japan sein soll.

Tags
Back to top button
Close
Close