Deutschland ist nicht gut auf eine Atomkatastrophe vorbereitet

Gut ein Jahr ist es bereits her, dass es in Fukushima in Japan zu einem der schlimmsten Atomkatastrophen der Geschichte kam. Nun hat das Bundesamt für Strahlenschutz das gleiche Szenario für Deutschland überprüft. Dabei kam man zu der Erkenntnis, dass ein Unglück dieses Ausmaßes in Deutschland zur völligen Überforderung führen würde.

Im vergangenen Jahr war es nach einem Tsunami an der japanischen Küste im Atomkraftwerk Fukushima zu mehreren Explosionen und einer Kernschmelze gekommen. Tsunamis haben wir in Deutschland zwar noch nicht erlebt und die Erdbeben in dieser Gegend halten sich in Grenzen und sind wenn, dann nur äußerst geringen Ausmaßes, doch wenn man die Geschehnisse des 11. März 2011 in Japan einmal auf Deutschland und seine Atomkraftwerke überträgt, so wird schnell klar, dass die Helfer hierzulande ein Unglück, egal wodurch es ausgelöst wurde, kaum würden bewältigen können.

Das Land ist auf einen Vorfall dieser Art rein gar nicht vorbereitet. Die Räume, die von radioaktiven Strahlen verseucht werden würden, wären sehr viel weitläufiger, als man es bisher vermutet hatte. Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass nur wenige Tage radioaktive Stoffe freigesetzt werden, doch wie sich herausstellte, spielen hier Faktoren mit in das Szenario, die vorher nicht beachtet wurden.

Die Forscher des Bundesamts für Strahlenschutz spielten verschiedene Szenarien durch. Einmal für 15, 25 oder 30 Tage. Hierbei wurden große Gebiete verstrahlt, für die es keine Evakuierungspläne gibt. Selbst Menschen, die mehr als 100 Kilometer von dem betroffenen Kraftwerk entfernt wohnen, dürften ihre Häuser nicht mehr verlassen. Bei kritischen Wetterbedingungen wären die Notfallmaßnahmen erst recht schnell unbrauchbar.

Bei wechselnden Windrichtungen beispielsweise wäre es schon sehr viel schwieriger, ein großes Gebiet vor der gefährlichen Strahlung zu bewahren. Hinzu kommt, dass auch die deutschen Grenzwerte sehr viel höher liegen als die japanischen. Beim Erreichen dieser so genannten Eingreifrichtwerte ist der Staat dazu gezwungen, zu handeln. Dann könnte es möglicherweise aber schon zu spät sein.

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