Atomkatastrophen wahrscheinlicher als gedacht

ADeutschlands Atomausstieg steht bereits fest. Bis zum Jahr 2022 sollen alle Reaktoren auf deutschem Boden endgültig abgeschaltet werden und so ein Ende der Atomkraft in Deutschland einläuten. Viele Atomgegner freut dieser Schritt, doch sind wir dadurch wirklich sicher vor einer Kernschmelze? Nein lautet die ganz einfache Antwort, die das Mainzer Max Planck Institut für Chemie gibt. Die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Reaktorunfalls alle paar Jahre ist deutlich höher als man bisher angenommen hatte.

Tschernobyl ist bereits über 25 Jahre her, Fukushima gerade mal ein bisschen mehr als ein Jahr. Das waren ja auch Unfälle, da konnte niemand was tun. Ja, aber macht diese Aussage die Katastrophen weniger schrecklich? Passiert sind sie innerhalb eines Zeitraums von 25 Jahren und brachten insgesamt vier Kernschmelzen mit sich.

Forscher aus Mainz haben aus diesem Grund näher in das Thema hinein geschaut und durch mehrere Rechnungen festgestellt, dass die Möglichkeit einer „regelmäßigen“ Kernschmelze etwa 20 Mal höher ist, als es von der US-amerikanischen Zulassungskommission für Kernreaktoren vor etwa 20 Jahren ausgerechnet worden war. Demnach könnte man bei der derzeitigen Reaktordichte auf der ganzen Welt alle zehn bis zwanzig Jahre mit einem größeren Unglück rechnen.

Deutschland hat den Ausstieg aus der Atomkraft zwar bereits geschafft, nicht so aber unsere Nachbarn wie beispielsweise Frankreich oder Belgien. An der süd-westdeutschen Grenze liegt die Wahrscheinlichkeit eines Unglücks, bei dem Menschen in einem Umkreis von 2000 Kilometern verstrahlt werden könnten, also selbst nach dem Atomausstieg Deutschlands noch extrem hoch.

Die Experten sind sich deshalb angesichts einer Tatsache zu hundert Prozent sicher: nach dem Ausstieg aus der Atomkraft ist in Deutschland noch solange niemand sicher, bis es andere europäische Länder ihnen gleich getan haben.

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