Atomkraft keine Umweltschädigung, Österreichs Finanzministerium blamiert sich

In Deutschland ist der Atomausstieg beschlossene Sache und auch wenn viele europäische Kollegen dieses Thema ganz anders bewerten, so wird die Bundesrepublik wohl bei ihrer Entscheidung bleiben und bis zum Jahr 2022 alle Atomkraftwerke, die jetzt noch in Betrieb sind, vom Netz nehmen. In Österreich ist Atomkraft illegal. Zwar muss sich das Land mit der Bedrohung der Atomkraftwerke in anderen Ländern drum herum auseinander setzen, doch in Österreich selbst gibt es kein aktives Atomkraftwerk.

Doch jetzt sorgt das österreichische Finanzministerium für Gesprächsstoff. Die Organisation „atomstopp_atomkraftfrei leben!“ hatte dort einen Antrag gestellt, der darauf beruht, dass es seit diesem Jahr in Österreich möglich ist, Spenden an Umweltschutzorganisationen steuerlich abzusetzen, als Sonderausgabe beim Lohnsteuerausgleich oder als Betriebsausgabe.

Zu diesem Zweck schrieb die Organisation an die Abteilung Spendenbegünstigung des Finanzministeriums, um eben diese Spendenbegünstigung zu beantragen, von der sie ausgingen, dass sie ihnen auf jeden Fall zustehe. Wäre der Antrag angenommen worden, so wären sie in eine offizielle Liste aufgenommen worden und Spender hätten dann ihren Beitrag von der Steuer absetzen können.

Ein Aufschrei ging durch das Land, als die Organisation veröffentlichte, was dann allerdings für eine Antwort aus dem Finanzamt an sie zurückkam. Diese sagte nämlich aus, dass bei der Nutzung der Atomkraft keine Umweltschädigung vorliege und deshalb der Atomausstieg nicht mehrheitsfähig sei.

Zudem überlege man, Österreich wieder für die Atomkraft zu öffnen, da man sich einer Knappheit an Ressourcen ausgesetzt sehe. Das Unverständnis bei der Organisation sowie auch den Österreichern ist groß. Besonders die Sorge, dass die Atomkraft wieder erlaubt werden könnte, beschäftigt die Menschen, denn scheinbar gab der Brief keine Einzelmeinung wieder, sondern wurde mit verschiedenen Abteilungen des Finanzministeriums akkordiert.

Auch die Aussage, dass keine Mehrheit gegen die Atomkraft vorhanden sei, ruft Entrüstung hervor. Roland Egger, ein Sprecher der Organisation, sagte in einem Interview, er sei sich absolut sicher, dass mindestens 90 Prozent der Bevölkerung gegen Atomkraft sei. Zu einer offiziellen Stellungnahme oder Entschuldigung des Finanzministeriums ist es bisher noch nicht gekommen. Man geht jedoch davon aus, dass den Atomgegnern nach dem Gang an die Öffentlichkeit die Aufnahme in die Spendenliste nicht mehr verwehrt wird.

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