Atomkraftwerke für Jordanien

Während sich Deutschland dazu entschlossen hat, sich komplett aus der Atomkraft zurückzuziehen, halten Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Tschechien an ihren Plänen fest, andere entdecken sogar die Atomkraft erst jetzt für sich. Beispielsweise Jordanien. Das Land im Nahen Osten plant den Bau seines ersten Atommeilers für das Jahr 2019 und will mit diesem Schritt offiziell in die Atomkraft einsteigen. Die politische Führung steht voll und ganz hinter diesen Plänen, doch die Bevölkerung geht zum Teil bereits in den Widerstand gegen die Vorhaben. Es gab schon mehrere Protestaktionen, die von Greenpeace organisiert worden waren. Die Umweltorganisation wird in Jordanien immer beliebter, denn wo sich die Atomkraft ansiedelt, bilden sich ganz natürlich immer wieder Gruppen von Atomgegnern, die um die Gesundheit der Menschen in der Region fürchten.

Doch warum hat das Land die Atomkraft eigentlich nötig? Das große Problem besteht darin, dass das wasserarme Jordanien fast völlig von Energieimporten abhängig ist. Eigene Ölquellen hat es im Gegensatz zu seinen Nachbarstaaten kaum, weshalb teure Importe aus Saudi-Arabien oder dem Irak nötig sind. Erdgas erhält Jordanien aus Ägypten. Doch oft reichen die ins Land geholten Energiemengen für die Versorgung nicht aus, zudem hat das Königreich im Nahen Osten finanzielle Schwierigkeiten und ist hoch verschuldet. 20 Prozent des Budgets des Staates gehen an andere Länder, um dafür Strom zu bekommen. Dies soll nun anders werden. Nach Uranfunden im Land, die für die Eigenversorgung ausreichen sollten, plant man nun, in die Nukleartechnologie einzusteigen. 30 Prozent des Strombedarfs sollen bis 2030 von der Kernenergie abgedeckt werden, der Bau von vier Reaktoren ist zu diesem Zweck geplant.

Der Atomstrom soll vor allem für den Betrieb von Anlagen zur Meerwasserentsalzung benutzt werden, die dringend nötig sind angesichts der Wasserarmut. Leider verschlingen diese große Mengen an Energie, was sich das Land zurzeit mit seinen Importen nicht leisten kann. Zudem will sich das Königreich von der politischen Abhängigkeit lösen, in der es sich aufgrund der Energieimporte aus dem Ausland befindet. Ob die Proteste aus den Reihen der Bevölkerung etwas bringen, ist fraglich. Zu dringend nötig scheint der Einstieg des Landes in die Nuklearenergie.

Tags
Back to top button
Close
Close