Neue Atomprojekte im Iran

Während Deutschland sich im vergangenen Jahr endgültig für den Atomausstieg entschieden hat, scheint man in anderen Ländern das Thema Atomprogramm geradezu zu zelebrieren. Ganz vorne mit dabei ist der Iran. Das Land im Nahen Osten ist in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik geraten, weil es Atomprogramme vorantreibt und sich viele andere Länder, insbesondere die USA und Israel massiv bedroht fühlen. Wenn es nach den USA ginge, wäre der Iran schon lange angegriffen und von allen atomaren Waffen befreit worden. So einfach ist es jedoch in der Realität nicht.

Mitte Februar erst hat nun Präsident Ahmadinedschad für weitere Schlagzeilen gesorgt, da er, laut Meldungen aus der iranischen Presse, gleich drei neue Atomprojekte einweihte. Der Westen betrachtet dies als Konfrontation, denn gerade in den letzten Wochen gab es immer wieder Spekulationen darüber, ob der Iran mit Bombenanschlägen in Indien, Georgien und Thailand in Verbindung zu bringen sei. Besonders Israel ist der festen Meinung, der Iran stecke hinter den Anschlägen. Das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern droht jederzeit zu eskalieren, wenn Jerusalem seine Drohungen wahr macht und den Iran angreift.

Das lässt die Regierung in Teheran jedoch augenscheinlich kalt. Stattdessen reist Ahmadinedschad von einem Atomstandort zum nächsten und eröffnet dort feierlich Anlagen zur Urananreicherung, Forschungsreaktoren und neuartige Zentrifugen, die Uran sehr viel schneller anreichern können, als es irgendein vorheriges Modell geschafft hat. Die iranischen Medien hielten sich mit der Berichterstattung, die auch dem Ausland zugänglich ist, nicht zurück. Einzig die genauen Standorte der Reaktoren wurden nicht bekannt gegeben. Dies ist natürlich ebenfalls ein taktischer Zug, denn ein Angriff aus dem Ausland ist nicht auszuschließen. Man vermutet jedoch, dass eine der Anlagen etwa 140 Kilometer südlich von Teheran in Fordo angesiedelt ist.

Dass der Iran gerade in der derzeitig angespannten politischen Lage eine Bedrohung darstellt, wird niemand leugnen können. Aber ob ein Angriff von Seiten Israels aus, mit möglicher Beteiligung der USA, eine geeignete Lösung für das Problem ist, lässt sich bezweifeln.

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