Atomumschwung in Japan

Anfang dieses Monats wurde in Japan das letzte Atomkraftwerk ausgeschaltet, um dort Wartungsarbeiten vornehmen zu lassen. Das erste Mal seit Jahrzehnten ist das Land also komplett ohne Atomkraft. Was in Deutschland eine lange Entwicklung vor sich hat, ist in Japan innerhalb von einem Jahr geschehen und die Bevölkerung ist der Meinung, dass es am besten auch so bleiben könnte. Die Regierung Japans und die Industrie sieht dies allerdings anders.

Im Moment ist bereits im Gespräch, die ersten Atomkraftwerke wieder ans Netz zu bringen. Bisher ist es zwar noch zu keinem Energieengpass gekommen, doch es könnte durchaus zu einem Problem werden, wenn Japan so produzieren möchte, wie sie es in den vergangenen Jahren getan haben.

Immerhin kamen 30 Prozent des Stroms aus Atomreaktoren. Derzeit hilft man sich mit Flüssiggas und Öl aus, doch es ist auch allgemein bekannt, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Die Energiewende hat sich Japan zwar als Ziel gesetzt und möchte nach dem deutschen Beispiel die erneuerbaren Energien fördern, doch man weiß auch, dass sich der Ausbau nicht von einem auf den anderen Tag erledigen lässt.

Der leise Protest gegen Atomkraftwerke wird in Japan so langsam immer schwächer. Vielen ist bewusst, dass sie sich nicht dagegen wehren können, wenn die ersten Reaktoren wieder ans Netz gehen. Die Stadt Oi ist die erste, die sich wieder dafür ausgesprochen hat, dass die beiden Atomreaktoren in der Nähe der Stadt wieder angeschaltet werden.

Die Regierung in Tokio sowie die Aufsichtsbehörden haben diese Entscheidung damit bekräftigt, dass die Sicherheit der Reaktoren absolut gewährleistet sei. Diesen zwei Kraftwerken werden die nächsten bestimmt bald folgen und so ist anzunehmen, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis Japan wieder zum Atomstaat wird.

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