Der Aufstieg der Braunkohle

Die Energiewende sollte Deutschlands Energiegewinnung umweltfreundlicher machen. Mit dem frühzeitigen Atomausstieg erhoffte man einen Schritt in eine gesunde Richtung, bei dem die erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle spielen sollten. Wie sich jetzt jedoch herausstellt, scheint dieses Konzept genau nach hinten losgegangen zu sein. Denn ausgerechnet der schmutzigste aller Rohstoffe in Deutschland ist Dank der Atomwende zum Profitierenden Nummer eins geworden: die Braunkohle.

Braunkohle gilt als besonders klimaschädlich und hätte im vergangenen Jahr bei einer unveränderten Witterung einen großen Schaden angerichtet, denn in einem solchen Fall wären die Treibhausgasemissionen um 0,8 Prozent gestiegen, da die Braunkohlekraftwerke sehr viel mehr zu tun hatten als zu dem Zeitpunkt, als noch alle deutschen Atomkraftwerke am Netz waren. Doch Dank recht warmer Witterungsbedingungen konnte eine Erhöhung der CO2 Emissionen nicht stattfinden. Dass die Braunkohle jedoch das auffängt, was die Atomkraftwerke jetzt nicht mehr leisten können, gleicht einem kleinen Skandal, wenn man betrachtet, aus welchen Gründen die Energiewende überhaupt ins Rollen gebracht wurde.

Man rechnet damit, dass der Verbrauch von Braunkohle auch weiterhin hoch bleiben wird. Es ist leider unmöglich, gleichzeitig aus Kernkraft und Kohlestrom auszusteigen, doch Greenpeace fordert einen dringenden Ausstieg bis mindestens 2030. Ob dann die erneuerbaren Energien dazu bereit sein werden, die Stromversorgung von Deutschland alleine zu übernehmen, steht noch in den Sternen. Fest steht jedoch, dass die Braunkohle nicht die fehlende Leistung der Atomkraft übernehmen kann. Somit wäre der gesamte Umweltaspekt der Energiewende für die Katz. Ein Ausbau der Kohlekraft wäre für die Umwelt ein schwerer Schlag, der nicht unterstützt werden sollte. Vielmehr sollte man sich um die Förderung von erneuerbaren Energien bemühen und dort investieren, wo uns die Energiewende eigentlich auch hinbringen sollte, nämlich in eine umweltfreundliche Art der Energieversorgung.

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