Ausbauziele bis 2020 sind kaum noch erfüllbar

Die Ziele der Energiewende sind bekanntlich sehr ambitioniert. Im Bereich der Offshore – Windenergie plant man mit 10.000 Megawatt installierter Leistung für das Jahr 2020. Ein aktueller Projektbericht für den Netzbetreiber Tennet kommt allerdings zu einem Ergebnis, welches die gesteckten Ziele sehr unrealistisch erscheinen lassen.

Auch innerhalb von Regierungskreisen selbst, ist man mittlerweile mehr als skeptisch. Das Verfehlen der Ausbauziele kann zu einem Millionengrab werden. Bereits installierte Netzanschlüsse durch die aufgrund fehlender Windenergie keine Elektrizität fließt, erzeugen enorme Leerkosten.

Zurückhaltendes Investitionsverhalten

Der Projektbericht, welcher der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, geht bis 2023 von einer installierten Windkraft – Leistung in der Nordsee im Bereich von 3700 bis 5900 Megawatt aus. Im Schnitt würde man die gesteckten Ziele also um über 50 Prozent verfehlen. Zudem zeigt der Bericht, dass momentan für gerade einmal 2900 Megawatt eine Finanzierung gesichert ist.

In der Branche ist man über die Investitionszurückhaltung wenig überrascht. Spätestens ab 2017 werden die Förderbedingungen für Offshore – Windparks verhältnismäßig unrentabel, was viele Investoren abschreckt und verunsichert. Daher fordern Branchenvertreter sinnvollere Vergütungssysteme um dem Investitionsrückgang entgegen zu wirken.

Die bereits erwähnten Leerkosten, welche durch den fehlenden Ausbau anfallen könnten, würden wiederrum den Strompreis erhöhen da die zusätzlich anfallenden Kosten auf die Netzentgelte abgerechnet würden.

Realistischere Ausbauziele

Letztlich stellt sich die Frage, welche Ausbauziele realistisch sind und damit die bisherigen ersetzen sollten? Andreas Wagner, Geschäftsführer des Branchenverbandes Stiftung Offshore – Windenergie geht von 6000 bis 8000 Megawatt Leistung für 2020 aus. Diese Schätzung ist deutlich optimistischer als im Projektbericht. Allerdings fürchtet Wagner auch keine zusätzlichen Kosten für nicht ausgelastete Netze.

Andere Stimmen kommen vom Verbraucherverband Bundeszentrale. Aufgrund der Risiken und Kosten im Zuge des Offshore Ausbaus fordert beispielweise Holger Krawinkel, Energieexperte des Verbandes einen Ausstieg, dass heißt eine vollkommene Einstellung des Ausbaus der Offshore – Windenergie. In naher Zukunft ist ein derartiger Schritt allerdings nicht zu erwarten, da die Bundesregierung offiziell weiterhin an den gesteckten Zielen festhält.

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