Bau von Windrädern in deutschen Städten erschwert

Im bundesweiten Vergleich wurden die drei Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen beim Ausbau der erneuerbaren Energien bereits deutlich von ihren großflächigen Kollegen abgehängt. Der einfache Grund ist der Platzmangel. In einer Großstadt wie Hamburg lassen sich eben nur so und so viele Windräder errichten, bis es störend wird.

An sich möchte die Hansestadt die bisherige Leistung von 52 Megawatt gerne verdoppeln. Doch die Verfahren zur Genehmigung der Windräder ziehen sich hin, da immer wieder Bürgerinitiativen Beschwerden und Einsprüche gegen die Pläne einlegen. So zum Beispiel in Neuengamme. Hier legte die Kulturbehörde Einspruch gegen die Pläne ein, neue Windkraftanlagen zu bauen, um die Besucher der KZ-Gedenkstätte nicht zu stören. 

Hinzu kommen knapp 800 weitere Einsprüche in den Stadtteilen Ochsenwerder oder Georgswerder. Die Anwohner verlangen, dass die Windräder nicht näher als 1,5 Kilometer an einem Wohngebiet dranstehen dürften. Würde man dieser Forderung folgen, so wäre es allerdings unmöglich, überhaupt irgendwo in Hamburg ein Windrad zu errichten.

Außerdem fordern sie, dass eine Höhe von 100 Metern nicht überschritten werden darf. Die geplanten, neuen Windkraftanlagen, die eine sehr viel höhere Leistung bringen sollen als die bisherigen, sind jedoch mindestens 150 Meter hoch.

Die Forderungen der Bürger sind nachzuvollziehen, sie fürchten nicht nur die Lärmbelästigung und den Schattenschlag sondern auch den Wertverfall ihrer Wohnungen und Grundstücke. Doch auch das Vorankommen der Energiewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien muss weiterhin berücksichtigt werden.

Momentan kümmern sich die Behörden um die Genehmigungen sowie Beschwerden. Die genauen Pläne sollen im Sommer dem Senat präsentiert werden und im Herbst wird sich dann voraussichtlich die Bürgerschaft damit befassen.

Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg haben passend zu diesem Thema eine Befragung unter Hamburger Bürgern durchgeführt. Diese ergab, dass man an sich gar nichts gegen die Errichtung erneuerbarer Energien habe, man wolle nur durch die Politik und Wirtschaft besser darüber informiert werden.

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