Belgische Atomgefahr

Bahnt sich etwa ein neuer Atomskandal an? Diesmal ist es Belgien, das bei Linken und Grünen derzeit scharf in der Kritik steht. Der belgische Kernreaktor Tihange 1 sollte laut belgischer Gesetzgebung eigentlich im Jahr 2015 vom Netz genommen werden. Doch erst kürzlich hat der Betreiber Electrabel die Regierung dazu gebracht, die Laufzeit noch um weitere zehn Jahre zu verlängern.

Die Atomgegner sind geschockt, denn Tihange 1 ist ein durchaus umstrittener Reaktor, der, wie erst kürzlich bekannt gegeben wurde, nicht komplett risikofrei ist. 

Im Abklingbecken des Reaktors tritt aus einem Leck seit 2006 radioaktiv verseuchtes Wasser aus. Dieses Problem ist sowohl dem Betreiber als auch der Regierung bekannt, doch noch immer konnte das Leck weder geortet noch geschlossen werden. Ein Skandal, wenn man bedenkt, wie umweltschädigend ein solches Leck sein kann, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Reaktor nun doch noch zehn weitere Jahre am Netz bleiben soll.

Tihange, ein Standort, der nur 30 Kilometer von der niederländischen und 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist, beherbergt drei Atomkraftwerke. Bei einem Unfall und dadurch ausgelöster Kernschmelze kann es zu einer massiven Verstrahlung deutscher Gebiete kommen. Die Kraftwerke liegen immerhin in der noch aktiven Erdbebenzone „Faille du midi“, in der das letzte starke Erdbeben erst vor 20 Jahren gemessen wurde.

Dennoch unternimmt weder die belgische Regierung noch der Betreiber selbst etwas, um die Sicherheitsstandards der Reaktoren zu verbessern. Die nach dem Unglück von Fukushima durchgeführten Stresstests hätten die Probleme einfach übergangen, so Umweltaktivisten. Demnach wird Deutschland selbst nach der eigenen Atomwende noch mit der drohenden Gefahr aus dem nahen Ausland leben müssen.

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