Berliner Stadtgüter GmbH verzeichnet Rekordgewinn durch erneuerbare Energien

Für Berlin und einige Gemarkungen in Brandenburg, die im Besitz Berlins sind, ist die Berliner Stadtgüter GmbH seit 1922 mit der Bewirtschaftung sogenannter Stadtgutflächen betraut. Dazu gehören bebaute und unbebaute Grundstücke, die durch die Immobiliengesellschaft aufgewertet, saniert und anschließend neu vermarktet werden. Nun hat das Unternehmen, welches 2007 durch Senatsbeschluss vom landeseigenen Betrieb in eine privatrechtliche GmbH umgewandelt wurde, das beste Ergebnis seit eben dieser Privatisierung erreicht. So machte die Stadtgüter GmbH 2014 einen beträchtlichen Gewinn in Höhe von 5,2 Millionen Euro zuzüglich weiterer 2,1 Millionen Euro Einnahmen aus Grundstücksverkäufen. Das Besondere ist diesmal allerdings, dass ein zunehmender Teil der Einnahmen durch die Vermarktung von Grundstücken zur Nutzung regenerativer Energien erbracht wurden.

Von der Land- und Forstwirtschaft zu den erneuerbaren Energien

Früher dominierte vor allem die Land- und Forstwirtschaft die Geschäftstätigkeit der Stadtgüter GmbH. So wurden die Flächen meist an Land- oder Forstwirtschaftsbetriebe verpachtet. Anders heute, denn die erneuerbaren Energien nehmen einem immer wichtigeren Platz bei der Flächenbewirtschaftung ein. „Vor allem bei der Vermietung und Verpachtung von Grundstücken zur Herstellung regenerativer Energien haben wir eine positive Entwicklung“, erklärt Stadtgüter GmbH Geschäftsführer, Peter Hecktor. Immer mehr Flächen auf dem Stadtgebiet werden für die Erzeugung von erneuerbarem Strom genutzt.

Berlin ist Vorreiter bei der urbanen Energieerzeugung mittels grüner Energie

Schon jetzt produzieren 24 Windkraftanlagen und 17 Solaranlagen 120.000 Megawattstunden Energie pro Jahr. In Zukunft ist geplant auch die Biomassenutzung stärker zu integrieren, insbesondere für die Einspeisung in Heizkraftwerke. „Vor dem Hintergrund des neu gegründeten Stadtwerkes könnte das Land das Engagement bei der Herstellung regenerativer Energien forcieren“, meint Hecktor. Allerdings, so der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter GmbH, lässt bislang noch keine einheitliche Umgangslinie des Senats mit den berlineigenen Flächen erkennen. Die Stadtgüter GmbH appelliert daher an den Senat und weist derzeit darauf hin, dass bei Nutzung aller Flächen Berlins, die als geeignet für die Nutzung durch erneuerbare Energien identifiziert wurden, künftig rund 750.000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden können.

Berlins Senat muss handeln

Der Senat zögert allerdings bislang und hat zuletzt geplante Stromlieferungen in ein Berliner Gefängnis mittels eigens produzierten Grünstrom abgelehnt. Dennoch ist Berlin in Sachen Energiewende vielen deutschen Großstädten momentan voraus. Insbesondere mit Vattenfall, als starken Technologiepartner, setzt die Hauptstadt seit einiger Zeit vermehrt auf die Nutzung der erneuerbaren Energieträger. Bis 2020 will Berlin seine Kohlenstoffdioxid-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt haben. Daneben soll das Fernwärmenetz ausgebaut werden. 300 dezentrale Anlagen, insbesondere umweltschonende KWK-Blockheizkraftwerke wurden bereits durch Vattenfall errichtet. Bei der Stromeinspeisung in das Verteilnetz setzt die Stromnetz Berlin GmbH zunehmend auf erneuerbare Energien. Dabei wird vor allem auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg gesetzt. Während Brandenburg mit vergleichsweise viel Fläche wenig Kunden versorgen muss, muss Berlin mit kaum nutzbarer Fläche sehr viele Kunden versorgen. Deshalb wird ein Großteil der in Brandenburg regenerativ erzeugten Energie in Berlin genutzt. Bis 2033 will Berlin etwa 65 Prozent des eigenen Strombedarfs aus regenerativen Quellen decken. Neben Brandenburg soll der Strom künftig auch aus den großen Windparks in Nordostdeutschland kommen.

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