Biogas und ökologisch verträgliche Rohstoffe: Neues Label soll für Klarheit sorgen

Monokulturen, Verwendung von Pestiziden, Landnutzungsänderungen und Flächenkonkurrenzen mit dem Nahrungsmittelanbau. Diese Schlagwörter verbinden viele Kritiker von Biotechnologien mit diesen. Ein neues Label des Vereins Grüner Strom Label e.V. soll nun für mehr Transparenz und Klarheit sorgen. Das Label mit dem Namen „Grünes Gas Label (GGL)“ soll ökologisch ausgerichtete Angebote von den ökologisch fragwürdigen abheben.

Anforderungen

Das Label wird nur an Biogasprodukte vergeben, welche einem bestimmten Kriterienkatalog entsprechen. Spezifische Anforderungen sind  beispielweise der Verzicht auf Gentechnik, auf Totalherbizide wie Glyphosat, sowie der Nachweis dass man maximal die Hälfte des Substrats aus einer einzigen Hauptackerfrucht gewonnen hat. Das letzte Kriterium soll Monokulturen vermeiden. Erwünscht sind hingegen ausgewogene Fruchtfolgen, sodass der Boden nicht in ein Nährstoffungleichgewicht fällt und als Resultat an Fruchtbarkeit verliert. Bevorzugter Dünger sollte organischer Dünger sein. Um einer Bodenerosion vorzubeugen fordert das Label eine ganzjährige Bodenabdeckung. Was können Anbieter noch tun, um das Label zu erhalten? Besonders positiv wirkt sich die Verwendung von biogenen Reststoffen und biologisch abbaubaren Abfall aus. Zudem sollten die Anlagen dezentral gelegen sein, das heißt die Gasproduktion findet nahe dem Ort an dem die Substrate anfallen statt. Dies vermeidet lange Transporte und dementsprechende Emissionen. Zudem werden die strukturell schwachen ländlichen Räume, welche vorrangig landwirtschaftlich geprägt sind durch die neue Wirtschaftskraft „Biogasanlage“ gestärkt.

Wer entscheidet?

Die Entscheidung für die Vergabe des Labels treffen Experten aus den relevanten Bereichen. Dies sind Personen aus Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Abfallwirtschaft und dem Naturschutz. Als Grundlage für die Entscheidung dient eine Dokumentation der Prozesskette, welche jeder Betreiber den Experten vorlegen muss. Ein vom Fraunhofer Institut UMSICHT entwickelter Bewertungskatalog soll Objektivität gewährleisten. Als Ergebnis können sich Biogasanlagenbetreiber mit dem Label von der Konkurrenz abheben. Kritiker dürften genau so beruhigt sein, wie der einfache Endverbraucher. So sind zumindest die Zielsetzungen des Labels. Inwieweit sich das Label etablieren wird, wird sich in absehbarer Zeit zeigen.

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