Biosprit – E10 eigentlich nicht von der EU verlangt

Kaum ein anderes Ereignis hat die Welt der deutschen Autofahrer in den letzten Wochen derart beeinflusst wie die Einführung des Biosprits E10. So wird der neue Kraftstoff von vielen Autofahrern eher skeptisch beäugt. Die meisten Motoren vertragen den Kraftstoff, der zehn Prozent Ethanol oder Biodiesel enthält, zwar problemlos, allerdings gibt es dennoch den einen oder anderen Motor, der das neue E10 nicht verträgt. Zudem sagt man dem Biosprit auch noch nach, dass er wesentlich schneller verbraucht wird als herkömmliches Benzin. Das verwendete Ethanol wird aus Zuckerrüben, Weizen, oder Palmöl hergestellt. Umweltverbände kritisieren dabei immer wieder, dass zu Gunsten der verwendeten Nutzpflanzen Naturflächen zerstört werden. Um dem entgegen zu wirken, schreibt die EU Richtlinie allerdings eine nachhaltige Herstellung der Biokraftstoffe vor.

Verständlich, dass die Regierung bei der ganzen Verwirrung um den Biokraftstoff E10 die Verantwortung für das entstandene Chaos gerne auf die Bestimmungen der EU schiebt. Dabei sehen diese die Einführung eines Biokraftstoffes mit 10 Prozent Ethanol gar nicht explizit vor. Vielmehr ist es den Mitgliedsstaaten selbst überlassen welchen Bio Anteil sie dem Benzin beimischen wollen. „Das kann sich zwischen null und maximal zehn Prozent bewegen“, sagte dazu ein Sprecher der EU-Kommission. Die sogenannte „Biosprit-Richtlinie“ sieht lediglich vor, dass 10 Prozent der verbrauchten Energie im Transportsektor aus regenerativen Quellen stammen muss. Wie genau das erreicht wird bleibt allerdings offen. Neben der Einführung von Biosprit ist beispielsweise auch die verstärkte Förderung von Elektroautos oder Hybridfahrzeugen denkbar. So sagte ein Sprecher der EU-Kommission: „Wie sie das erreichen, können die Regierungen selbst entscheiden. Dafür steht der Politik ein großer Werkzeugkasten zur Verfügung.“

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