Brandgefahr durch Dämmung – was ist dran?

Wer die Fassade seines Hauses mit einer Wärmedämmung versieht, der handelt umweltfreundlich und senkt ganz nebenbei auch noch die eigenen Heizkosten. Doch geht von einem an der Außenwand angebrachten Dämmstoff auch gleichzeitig ein erhöhtes Brandrisiko aus?

Der Trend: Dämmschutz

Die Sorge einer zunehmenden Brandgefahr infolge von Gebäudesanierungen beschäftigt derzeit viele Menschen im Rhein-Main-Gebiet. So soll es hier in den vergangenen Monaten mehrere Fälle von Brandstiftungen gegeben haben, die jeweils in einen Fassadenbrand resultierten, der für die Feuerwehr nur sehr schwer zu löschen war.

Die Dämmung von Außenwänden wird seit 2002 im Rahmen der bundesweiten Energieeinsparverordnung finanziell gefördert und gleichzeitig gefordert. Wer heute unter die Bauherren geht und ein Eigenheim aus dem Boden stampfen möchte, dem bleibt praktisch gar nichts anderes übrig, als sein Haus in einen dicken Dämmstoff, etwa von Benz Baustoffe, einzupacken.

Dieser führt letztlich dazu, dass weniger warme Luft im Innern an die Außenseite abgegeben wird. Die Folge sind geringere Heizkosten und damit eine deutliche Ersparnis in den Betriebskosten, die sich am Ende des Jahres auf Konto in jedem Fall bemerkbar macht.

Bergen Gefahrenpotenzial: Brandherde in Fassadennähe

Gängige Dämmmaterialien sind Polystyrol, Hartschaum, Kunstharz oder Holzwolle, die allesamt den Bau- und Sicherheitsvorschriften entsprechen und als nur schwer entflammbar gelten. Unter gewissen Umständen ist es dennoch möglich, dass sie sich entzünden und tatsächlich in Brand geraten. Dies sei etwa der Fall, wenn ein externer Brandherd sehr nahe an die Fassade herangeführt wird.

Bei den bisherigen Bränden waren dies unter anderem Papiermülltonnnen oder Sperrmüll, die direkt am Haus standen und durch Brandstiftung in Flammen gesetzt wurden, welche und nach einiger Zeit auf die Fassade übergriffen.

Entzünden sich die Kunststoffe einer Dämmung aufgrund des sogenannten Stützfeuers erst einmal, dann verbreiten sich die Flammen langsam über die gesamte Fassade und sind nur sehr schwer zu kontrollieren. Darum ist es von besonderer Bedeutung, dass ein solcher Kleinbrand in Gebäudenähe rechtzeitig entdeckt wird. Nur so kann nämlich durch die Feuerwehr ein Übergreifen auf die Hauswand verhindert werden.

Fassadenbränden vorbeugen

Auch wenn bei einem Fassadenbrand das Feuer zunächst nicht direkt ins Gebäude eindringen kann – schließlich liegt hinter den Dämmstoffen eine feuerfeste Zementwand –, mag durch die große Hitze Fensterglas zu Bruch gehen und den Flammen eine Möglichkeit des Eindringens bieten.

Sämtliche Fluchtwege nach draußen wären somit durch das Feuer versperrt. Auch wenn es nun vereinzelte Fälle einer brennenden Dämmung gegeben hat, sind derartige Vorfälle sehr unwahrscheinlich und werden keineswegs zu einem grundlegenden Überdenken des Dämmkonzepts führen.

Vielmehr gilt es, dafür zu sorgen, dass Müllcontainer und Sperrmüll nicht direkt an Hauswänden platziert sein sollten und Wohngebäude mit Brandriegeln versehen werden. Die Innenminister der Länder haben sich bereits auf eine genauere Einschätzung des Risikopotenzials anhand von Brandübungen verständigt und sich weitere Maßnahmen vorbehalten.

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