BUND fordert Bundespräsident Christian Wulff dazu auf das Gesetz über längere Atomlaufzeiten nicht zu unterschreiben



Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte Bundespräsident Christian Wulff dazu auf die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu stoppen und die „verfassungswidrige Atomgesetznovelle“ nicht zu unterzeichnen. Der BUND ist der Auffassung, dass die Verlängerung der Laufzeiten nicht im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung ist. Durch den immer weiter wachsenden Berg von Atommüll würden zudem kommende Generationen stark belastet. Dass Atomkraft als Brückentechnologie hin zu regenerativen Energien fungieren kann, glaubt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nicht. Atomkraft behindere vielmehr den Ausbau der regenerativen Energien. Zudem kritisierte Weiger, dass die Stromkonzerne trotz hoher Gewinne die Mehrkosten durch erneuerbare Energien als Ausreden verwenden würden, um die Preise zu erhöhen. Wörtlich sagte er dazu: „Atomenergie und erneuerbare Energien passen nicht zusammen. Mit den derzeit vorhandenen zentralistischen Strukturen und mit billigem Atomstrom wollen die großen Stromkonzerne viele Milliarden zusätzlich einstreichen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die dezentrale Energieversorgung fördert, steht ihnen dabei im Weg. Trotz ihrer enormen Gewinne erhöhen die Konzerne die Strompreise und schieben den erneuerbaren Energien die Schuld zu. Der BUND wird es den vier großen Stromkonzernen nicht durchgehen lassen, wenn sie die regenerativen Energien blockieren.“

In den letzten Monaten sorgte die beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke immer wieder für heftige Diskussionen. Einen Höhepunkt des nach Jahren der Ruhe plötzlich wieder aufgeflammten Protestes bildeten die Demonstrationen im Rahmen des Castor-Transportes vor zwei Wochen. Dabei protestierten 50.000 Demonstranten gegen die Castor-Transporte nach Gorleben und gegen die Atompolitik der Regierung.

Weiger sagte zur Laufzeit folgendes: „Die schwarz-gelbe Regierungskoalition hat mit der Aufkündigung des bisherigen Atomausstiegs einen breiten gesellschaftlichen Konsens verlassen. Sie hat sich zur Geisel der Stromkonzerne machen lassen und wird sich auch wegducken, wenn 2011 die Pannen-Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel wieder ans Netz gehen sollen. Diese Politik ist nicht nur gefährlich, sie blockiert eine zukunftsfähige dezentrale Energieversorgung mit umweltfreundlichen erneuerbaren Energien und durch Stadtwerke.“

Von insgesamt 140 Delegierten wurde Weiger heute in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Der BUND ist nach eigenen Angaben mit rund 480.000 Mitgliedern und finanziellen Förderern die größte Umweltschutzorganisation Deutschlands.

Tags
Back to top button
Close
Close