Castor-Transport erreicht Gorleben

Nach fast 92 Stunden haben die mit radioaktivem Atommüll gefüllten Castor-Behälter endlich ihr Ziel, den Salzstock Gorleben erreicht. Noch nie zuvor in der 30-jährigen Geschichte des Castor-Transportes war die Transportdauer so lang, noch nie die Proteste so stark. Die Castor Proteste haben gezeigt, dass die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke keine breite Mehrheit in der Bevölkerung findet. Das plötzliche Erstarken der Antiatombewegung macht deutlich, dass das letzte Wort in Sachen Atompolitik noch nicht gesprochen ist. Die Opposition kündigte bei einer Regierungsübernahme bereits die Rückkehr zum geplanten Atomausstieg an.

In der Nacht zum Dienstag fanden noch einmal diverse Blockade Aktionen statt, die den Castor Transport um mehrere Stunden verzögerten. Eine Betonpyramide, an die sich vor Gorleben mehrere Bauern gekettet hatten, konnte erst in der Nacht entfernt werden. Vor besonders große Probleme stellte die Polizisten ein als Getränkelaster getarnter LKW, der in Dannenberg den Weg für den Castor Transport blockierte. In dessen Innerem befanden sich mehrere Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace, deren Arme und Beine mit Beton so fixiert waren, dass der Lastwagen nicht bewegt werden konnte ohne die Demonstranten erheblich zu verletzen. Erst nach mehreren Stunden gelang es der Polizei die Demonstranten mit Spezialwerkzeug zu befreien. Auch die Räumung der Zufahrtsstraße Richtung Gorleben, auf der sich zeitweise bis zu 4000 Demonstranten befanden, die teilweise bis zu 45 Stunden auf der kalten Straße verharrt hatten, dauerte mehrere Stunden und war erst am frühen Dienstag Morgen abgeschlossen. Die letzten Kilometer konnte der Castor Transport dann ungehindert bis zu seinem Ziel zurücklegen.

Insgesamt waren fast 20.000 Polizisten im Einsatz, um die Castor-Behälter zu schützen und ein Abklingen der Proteste ist nicht in Sicht. Die Anti-Atom-Bewegung ist so stark wie nie zuvor in der Geschichte ihres Bestehens.

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