Castor-Transport – heftigste Widerstände aller Zeiten

Die Nacht von Sonntag auf Montag hat gezeigt, der Widerstand gegen den Castor-Transport und gegen die Atompolitik der Bundesregierung ist stark wie nie. Über 3500 Demonstranten blockierten in der Nacht die Gleisen und brachten den Zug mit dem radioaktiven Atommüll mehrere Stunden zum Stehen. Mühsam mussten von der Polizei alle Blockierer einzeln entfernt werden. Noch nie zuvor hatten in Deutschland derart viele Menschen an einer Blockadeaktion auf Schienen teilgenommen. Ein Sprecher der Atomkraftgegner sagte: „Ich denke, es ist letztendlich eine Sternstunde des gewaltfreien Widerstandes heute Nacht gewesen“ und meinte weiter „Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiges Zeichen nach außen, dass diese Region sich weiter wehrt und viele Menschen sich der Atompolitik der Bundesregierung weiter in den Weg stellen werden.“

Während die Proteste bisher zwar weitestgehend friedlich verliefen, kam es vereinzelt auch zu größeren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Polizisten setzten Schlagstöcke, Reizgas und Wasserwerfer ein, die Demonstranten verwendeten ihrerseits Leuchtgeschosse, warfen Steine und Molotov-Cocktails und setzten Reizgas ein.

Für die Polizeibeamten erweisen sich die Proteste als wahre Belastungsprobe. Große Streckenabschnitte müssen geschützt werden und viele Beamte sind schon wesentlich länger als 24 Stunden im Einsatz. Insgesamt schützen mittlerweile rund 20.000 Beamte den Castor-Transport.

Wurde gestern Morgen noch davon ausgegangen, dass der Transport noch montags sein Ziel erreicht, vermutet man eine Ankunft jetzt frühestens in der Nacht zum Dienstag.  Insgesamt noch rund 1500 Demonstranten blockieren die Straßen nach Gorleben. Mit dem Umladen der Castor-Behälter auf LKWs wurde derweil begonnen. Die letzten Kilometer, die auf der Straße zurückgelegt werden müssen, dürften jedoch hart umkämpft werden.

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