Castor Transport – Gorleben als umstrittene Endlagerstätte, Protest und politischer Hintergrund

Castor Dannenberg

Gestern protestierten in Dannenberg bereits zehntausende Menschen (die Angaben schwanken von 25.000 bis 50.000) aus ganz Deutschland gegen die Atompolitik der Regierung und gegen die Nutzung des Salzstockes Gorleben als Endlagerstätte für radioaktiven Atommüll.

Thematisch geht es bei den Castor-Protesten eigentlich zunächst einmal vorwiegend darum, dass nach Meinung vieler Demonstranten der Salzstock Gorleben nicht als eine Endlagerstätte für Atommüll in Frage kommt. Bereits seit Jahren ist der 870 Meter tiefe Salzstock im Wendland als mögliche Endlagerstädte umstritten. Aufgrund des von der rot-grünen Regierung beschlossenen Atomausstiegs hatte die Frage der Endlagerung des noch über eine Million Jahre radioaktiv strahlenden Atommülls in den letzten Jahren einiges an Brisanz verloren – und zwar ungeachtet der Tatsache, dass in der Zwischenzeit weiterhin Atommüll produziert worden ist, der irgendwo sicher verwahrt werden muss.

Gorleben Endlagerung

Nach dem Ausstieg aus dem Atomausstieg und einer durchschnittlichen Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke steht allerdings auch die Streitfrage über die Lagerung des Atommülls wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Der Salzstock Gorleben ist bis heute ein Zwischenlager für aus Kernkraftwerken stammende radioaktive Abfälle. Die Erkundung des Salzstockes als Endlagerstätte ist allerdings bis heute noch nicht abgeschlossen. Einige Brisanz gab es bereits vor einigen Jahren, als bekannt wurde, dass Gorleben auch aus politischen Gründen als mögliches Endlager ausgewählt wurde.

Gorleben Demo

Der Protest in und um Gorleben existiert bereits seit 30 Jahren. Eine derartige Intensität wie heute hat er allerdings wohl noch nie erreicht. Allein die Zahl der Demonstranten und die zunehmende Gewaltbereitschaft machen deutlich, dass es heute um viel mehr geht, als um Gorleben als Lagerstätte für Atommüll. Die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken hat das Land gespalten. Die Debatte um den Atomausstieg beziehungsweise den Ausstieg aus dem Ausstieg – eigentlich eine politische – wird längst nicht mehr ausschließlich auf der politischen Bühne ausgetragen. Politiker der Grünen und der Linken nutzen die Proteste bewusst, um die Frage der Atompolitik in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu bringen – und das erfolgreich. Traumwerte der Grünen von über 20 Prozent sprechen für sich. Der in den letzten Jahren allmählich abgeklungene Atomprotest bekam neues Leben eingehaucht und wird auch noch in der nächsten Zeit nichts an seiner Brisanz verlieren.

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