Das peinliche Scheitern Nordkoreas

Lange Zeit hatte man sich vor einem erneuten Atomtest und dem Start von Langstreckenraketen aus Nordkorea gefürchtet. Nachdem die Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem ostasiatischen Land gescheitert waren, machte sich die Sorge breit, die Langstreckenrakete, die Nordkorea Mitte April abschießen wollte, könnte sogar Alaska, und damit nordamerikanisches Gebiet, erreichen.

Inzwischen hat sich die Sorge der Amerikaner nach dem gescheiterten Testflug der nordkoreanischen Rakete zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung eher zu einem belächelnden Mitleid gewandelt. Der dritte Langstreckentest seit 2006 ging für die Nordkoreaner völlig daneben und hat alle Ängste zerstreut, ein Atomsprengkopf könne bald amerikanischen Boden erreichen.

Bereits vor drei Jahren war der Test einer Langstreckenrakete in die Hose gegangen, als es die Rakete bloß schaffte, Japan zu überfliegen und danach ins Meer stürzte. Dies entsprach jedoch immerhin noch einer größeren Leistung als bei diesem Mal, denn bereits nach rund hundert Sekunden war Schluss mit dem Flug des Satelliten, so wie die Rakete von den Nordkoreanern selbst betitelt wurde.

Angeblich deute die Absturzstelle des Satelliten auch darauf hin, dass der zuvor angegebene Kurs um etwa 40 Kilometer verfehlt wurde. Absicht oder Versehen? Experten rätseln, ob Nordkorea zuvor möglicherweise einen falschen Kurs als Ablenkungsmanöver angegeben hat, möglich wäre jedoch auch, dass es ein Steuerungsproblem bei der Rakete gegeben haben könnte.

Tatsache ist, dass sich der Kurs beim tatsächlichen Test in Richtung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verschoben hat. Wenig wahrscheinlich ist, dass die Nordkoreaner ihre Rakete absichtlich haben abstürzen lassen. Vielmehr habe man die wahre Flugbahn nicht verraten wollen, damit fremde Mächte es schwerer haben, so Trümmerteile aufzulesen. Bisher steht noch nicht fest, ob die Rakete absichtlich Kurs auf den Luftraum des Erzfeindes Südkorea genommen hat. Für einen Abschuss wäre sie allerdings bei Erreichen des südlichen Nachbarn auch schon viel zu hoch in der Luft gewesen.

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