Defekt an Reaktorblock in der Schweiz – Akw Beznau

In der Schweiz steht der älteste Atomreaktor der Welt. Die Anlage Beznau liegt idyllisch auf einer künstlichen Insel des Schweizer Flusses Aare. 1969 und 1971 gingen die beiden Reaktoren ans Netz und seit im Februar dieses Jahres das britische Kraftwerk Oldbury abgeschaltet wurde, liegt Beznau auf der Altersskala weltweit ganz vorne. Doch das Alter hinterlässt auch seine Spuren. Atomgegner und Umweltschützer verlangen schon seit einer ganzen Weile, dass Beznau endlich abgeschaltet wird.

Nun ist es tatsächlich zu einem Zwischenfall in dem jüngeren der beiden Reaktoren gekommen, der die Betreiberfirma Axpo zu einem vorübergehenden Abschalten gezwungen hat. Demnach ist es zu einer Störung am Wellendichtungssystem einer der Reaktorhauptpumpen gekommen, weshalb der Reaktorblock 2 „gemäß der Betriebsvorschrift“ abgeschaltet worden sei.

Durch die Reaktorhauptpumpen wird der Primärkreis der Anlage gekühlt, bei einem Defekt darf also kein Risiko eingegangen werden. Dies betrifft jedoch nur einen der zwei Reaktoren, der andere sei weiterhin aktiv und am Netz, so Axpo. Kritiker der Atomkraft in der Schweiz sehen diesen Zwischenfall als Anlass, die Atomdebatte wieder aufleben zu lassen. Die Alterserscheinungen des Kraftwerks seien keine Überraschung.

Für die umstrittene Anlage sei es am besten, man würde sie in den Ruhestand schicken. Schließlich wurde sie zu einer ähnlichen Zeit gebaut, wie das Kraftwerk Fukushima Daiichi in Japan, das im letzten Jahr einem Tsunami zum Opfer fiel, der mehrere Explosionen sowie eine Kernschmelze auslöste.

Das am Fluss gelegene Kraftwerk Beznau sei zwar dem Betreiber zufolge absolut sicher und auf dem aktuellsten Stand der Sicherheitstechnik, was bedeutet, dass es selbst ein Erdbeben, Hochwasser oder einen Flugzeugabsturz überstehen könnte, doch Atomgegner sehen dies anders.

Kritikern zufolge gebe es bereits Risse im Reaktormantel und eine mangelhafte Notstromversorgung obendrein. Im Falle eines extremen Hochwassers, das niemals komplett ausgeschlossen werden kann, könnte eine ähnliche Katastrophe ausgelöst werden wie in Fukushima im vergangenen Jahr. Axpo möchte von Plänen zur Abschaltung jedoch nichts hören. Wenn die Mängel am Reaktorblock 2 behoben sind, soll dieser möglichst bald wieder in Betrieb genommen werden.

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