Der Kraftstoff aus Stroh

Die Änderungen am EEG, dem erneuerbare Energien Gesetz der Bundesregierung, die nun vorgenommen wurden und ab dem 1. April in Kraft treten sollen, haben die gesamte Solarbranche in Aufruhr versetzt. Es soll zu massiven Kürzungen der Subventionen für Solarstrom kommen und all diejenigen, die die Förderungen bisher genießen durften, sehen es nicht ein, in Zukunft ohne diese auskommen zu sollen. Doch man kann auch im Sektor der Erneuerbaren erfolgreich sein und sich dabei total vom EEG loslösen.

Ein Beispiel hierfür bietet der deutsche Biogaskonzern Verbio AG. Bereits vor einigen Jahren entschied man sich dafür, die Förderungen des Bundes hinter sich zu lassen und dafür auf die eigene Art und Weise Biokraftstoff zu produzieren. Das Konzept ging auf und inzwischen hat sich diese Methode zur Energiegewinnung nicht nur bei Verbio durchgesetzt. Fachleute bezeichnen sie sogar als technologischen Durchbruch für die Biokraftstoffindustrie, deren Beitrag für den Klimaschutz enorm sein könne.

Claus Sauter, Chef der AG, hatte sich damals gegen die Förderungen durch das EEG entschieden. Dieses sieht Zuschüsse nur dann vor, wenn man aus Lebensmittelpflanzen in Kleinanlagen Elektrizität herstellt, doch Sauter entschied sich für die Produktion von Kraftstoff aus Pflanzenresten in Großanlagen. Stroh ist der Rohstoff, den man bei Verbio einsetzt.  In einer Anlage zur Produktion von Biomethan aus Stroh wird die Kraftstoffrevolution vorangetrieben. Stroh gibt es in Deutschland schließlich mehr als genug und besonders für LKW eignet sich das Strohgas. Verbio selbst hat bereits einen Teil der firmeneigenen LKW Flotte umgerüstet, die jetzt mit einem Gemisch aus 60 Prozent Diesel und 40 Prozent Strohgas fahren. Bei der Umrüstung der Fahrzeuge wird nur ein Gastank eingesetzt, der Motor an sich bleibt unverändert. Doch die Ersparnisse beim CO2 Ausstoß können sich sehen lassen, denn dieser wird mit dem neuen Kraftstoff bei einem Lastwagen um 51 Tonnen gesenkt.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass das Gas nicht, wie andere Biokraftstoffe, aus Nahrungsmittelpflanzen hergestellt werden muss. Es wird so keine landwirtschaftliche Fläche verdrängt und es kommt ohne Subventionen und Mehrkosten für den Verbraucher zu einer hohen CO2 Einsparung.

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