Der teure Bauplan für neue Stromtrassen

In den vergangenen Wochen sind in der Bundesregierung immer wieder Zweifel laut geworden, ob die Energiewende tatsächlich so durchzuführen sei, wie man es bisher geglaubt hatte. Zwischenzeitlich war sogar die Rede davon, den Atomausstieg doch wieder nach hinten zu schieben und einige der Reaktoren länger als geplant am Netz zu lassen. Kanzlerin Angela Merkel hat diese Zweifel und Forderungen jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Bei einer Pressekonferenz zusammen mit den größten deutschen Netzbetreibern, die für den Ausbau der Stromnetze verantwortlich sind, hat sie nun verlauten lassen, was der Fortschritt macht und wie viel Geld der Ausbau tatsächlich kosten wird. Bei einem Punkt war sie jedoch äußerst deutlich: die Energiewende wird so vollzogen, wie sie von Anfang an geplant gewesen ist.

Mehr als 30 Milliarden Euro wird es jedoch in den nächsten zehn Jahren kosten, die Netze so auf Vordermann zu bringen, dass der Ökostrom transportiert werden kann, so die Netzbetreiber. Dabei geht es nicht nur darum, die bestehenden Netze zu modernisieren, sondern auch um den Bau neuer Stromtrassen. Beinahe 4000 Kilometer an neuen Stromleitungen müssen in Deutschland gebaut werden. Besonders auf die Nord-Süd Trassen möchten sich die Netzbetreiber konzentrieren, um die leistungsstarken Industrien in Süddeutschland bald ausreichend mit genügend Ökostrom aus dem Norden des Landes versorgen zu können.

Aufruhr regt sich besonders in der Bevölkerung, denn in den Orten, die vom Bau neuer Leitungen betroffen sind, formen sich nicht selten Widerstandsgruppen, die versuchen, dies zu verhindern. Kanzlerin Merkel ist sich jedoch sicher, dass es möglich ist, betroffene Bürger von der Notwendigkeit neuer Stromtrassen überzeugen zu können. Damit dies in Zukunft nicht zu einem Problem wird, soll auch das Genehmigungsverfahren für die Trassen erleichtert werden.

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