Deutsche Unterstützung für AKW Bau in Brasilien empört Kritiker

Während Deutschland seinen eigenen Atomausstieg voran treibt und bereits eine ganze Reihe an Kraftwerken auf deutschem Boden abgeschaltet hat, fördert die Bundesrepublik dennoch weiter den Bau von Kraftwerken im Ausland. Dies passiert scheinbar außerdem, ohne dass man sich vorher über die möglichen Konsequenzen Gedanken gemacht hat. So wie beispielsweise beim Bau des brasilianischen Kraftwerks Angra 3.

Die Bundesregierung entscheidet in Kürze darüber, ob man den Bau eines Reaktors an der brasilianischen Küste mit einer Exportbürgschaft im Wert von 1,3 Milliarden Euro fördern sollte. Der Standort für die geplante Anlage ist jedoch alles andere als sicher. An einem Steilhang an der Atlantikküste gelegen, wäre das Atomkraftwerk leicht Opfer eines Tsunamis, Hochwassers oder von Erdrutschen. Auch die Bevölkerung der Umgebung wäre nicht leicht zu evakuieren, da dies nur über eine schmale Küstenstraße passieren könnte.

Nachdem bekannt wurde, dass die Regierung den Bau an einem solch unsicheren Standort fördern will, wurde fix Kritik aus der Opposition laut, wo man es empörend findet, dass Deutschland selbst zwar den Schritt getan hat, eigene Atomkraftwerke abzuschalten, es aber dennoch nicht für nötig hielte, auch über den Horizont hinaus zu blicken und stattdessen riskante Projekte im fernen Ausland fördere.

Tatsächlich ist es eine unentschuldbare Kurzsichtigkeit, die die Regierung in diesem Fall an den Tag zu legen scheint. Gerade seit dem Unglück in Fukushima im vergangenen März müsste man schließlich mit der Gefahr, die die Umwelt auf veraltete Kraftwerke ausübt, rechnen und sollte diese auf keinen Fall unterschätzen. Im Falle eines Kernkraftwerks bringen selbst die frühsten Tsunamiwarnungen nichts, da eine solche Anlage nicht einfach evakuiert werden kann. Alle Länder, die Atomkraftwerke auf ihrem Boden beherbergen, sollten dafür Sorge tragen, dass diese vor allen Umweltkatastrophen sicher sind. Andere Länder bei dem Bau von riskanten Projekten zu unterstützen, steht demnach völlig außer Frage.

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