Deutschland sucht das Endlager

Ein Endlager muss her. Nach dem erfolgreichen Atomausstieg der Bundesrepublik jubeln zwar viele Atomgegner über die Tatsache, dass damit bald keine Atomenergie mehr in Deutschland produziert wird, doch der Atommüll aus den zahlreichen Jahren zuvor bleibt trotzdem bestehen. Um die Energiewende also wirklich so durchzuziehen, wie es geplant ist, braucht Deutschland ein geeignetes Endlager für den radioaktiven Müll, der in den nächsten zehn Jahren auch weiterhin noch entstehen wird.

Für schwach- und mittelaktive Abfälle ist bisher hauptsächlich als Zielort das, sich noch im Bau befindende, Lager Konrad bei Wolfenbüttel in Niedersachsen im Gespräch. Doch das niedersächsische Gorleben kommt weiterhin für hochaktive Abfälle in Frage. Die Bundesregierung hat sich nun auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der die Suche nach einem geeigneten Kandidaten einschränken und erleichtern soll.

Dieser Entwurf sei bereits zu 90 Prozent ausformuliert, so Bundesumweltminister Röttgen. Bis zum Sommer soll es fertig gestellt sein und dann kann man sich endlich an den wichtigen Entschluss machen, welches Lager den letzten ausschlaggebenden Schritt zur deutschen Energiewende ermöglichen kann.

Das Lager in Gorleben ist als Kandidat für die Endlagerfrage umstritten. Die Bürger der Umgebung und Umweltschützer wehren sich massiv gegen die Entscheidungen der Regierung. Der Salzstock des Lagers könnte zur Gefahr werden und man weiß bisher noch nicht, wie damit umgegangen werden soll. Auch aus der Opposition wurden kritische Stimmen laut. So bezeichnet die Linke das Vorhaben, Gorleben als Endlager zu nutzen als „unbelehrbar, starrköpfig und verantwortungslos“.

Doch vielleicht klärt ja das im Sommer kommende Gesetz einige der Punkte, die bis jetzt noch unklar sind und es kann so festgestellt werden, was aus Gorleben wird. Im Moment steht nämlich noch nicht fest, ob es im Gesetz konkrete Kriterien für die Sicherheit und die geologische Situation für einen Standort geben wird.

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