Deutschland vor großer Energielücke?

Deutschland droht möglicherweise eine deutliche Energielücke durch den beschleunigten Atomausstieg und den Umschwung auf erneuerbare Energien. Dies ergaben Gespräche eines Treffens zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vertretern der Energiebranche im Kanzleramt Mitte dieser Woche. Die Energielücke sei demnach relativ bedrohlich und entspreche einer Produktion von circa 15 Kraftwerken bis 2020.

Das Treffen im Kanzleramt war von Merkel organisiert worden, damit sie mit Netzbetreibern, Kraftwerksbauern und anderen Vertretern der Energiebranche über die nächsten Schritte der bereits laufenden Energiewende beraten konnte. Die Kanzlerin hatte sich dadurch mehr Klarheit bei Fragen wie dem Ausbau von Kraftwerken und dem Netzausbau versprochen, da sie bereits im Juni zusammen mit der Regierung erste Entscheidungen über den Entwurf eines Netzplans treffen will. Sich dafür einen Überblick über die Branche zu verschaffen, hielt Merkel für dringend nötig, schließlich war die Energiewende bisher noch nicht komplett reibungslos verlaufen. Immer wieder drohen Stolpersteine und Probleme auf dem Weg zum kompletten Atomausstieg. Gerade die dringend nötigen Offshore Windparks haben Schwierigkeiten bei der Anbindung ans Stromnetz und Haftungsfragen.

Wie sich bei den Gesprächen herausstellte, sei der Weg zu einem atomfreien und dennoch gut mit Energie versorgten Deutschland sehr viel herausfordernder als man es zunächst angenommen hat. Der Bau neuer Gaskraftwerke für den Erhalt der Energieversorgung wird von der Bundesregierung für essentiell gehalten, doch die großen Konzerne halten den Bau neuer Anlagen bei den jetzigen Großhandelspreisen von rund 50 Euro pro Megawattstunde für eher weniger rentable. Der künftige RWE Chef Peter Terium sprach davon, dass der Preis bei knapp 80 Euro liegen müsste, damit sich dies lohnt. Bereits mehrere ausländische Investoren haben sich aus dem Bau neuer Anlagen zurückgezogen, da sich dieser in ihren Augen nicht rentiert. Immer weniger Strom aus den Anlagen wird nämlich tatsächlich verwendet, da der vorrangig eingespeiste Ökostrom die Netze auslastet. Aus diesem Grund lehnen die größten Energieunternehmen in Deutschland wie Eon und RWE den Bau neuer Gaskraftwerke ab.

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