Die Alternative: Holzvergasung

Die Idee, das Verschwelen von Holz durch das gewonnene Gas zur Entstehung von Energie zu nutzen, kommt eigentlich aus der Fahrzeugindustrie, wo man diese Technik bis in die 50er Jahre zum Antrieb nutzte, da es keine anderen Brennstoffe auf diesem Gebiet gab. Doch dieses Verfahren soll jetzt wieder aufgearbeitet werden, um Wärme und Strom zu gewinnen. So planen es die Stadtwerke Ulm, die in einem Holzgas-Kraftwerk genau diese Technik wieder betreiben.

Bis zum Sommer soll das Projekt soweit sein, dass es losgehen kann. Von da an sollen im Jahr 36 Millionen Kilowattstunden Strom und 46 Millionen Kilowattstunden Wärme produziert werden, die im Grunde kein Problem damit hätten, bis zu 23 000 Leute vor Ort zu versorgen. Diese Idee kommt vielleicht nun zur Energiewende genau richtig. Schließlich sind der Ausbau und die Förderung alternativer Energien zurzeit das, was am wichtigsten gebraucht wird. Damit könnte der Produktionsstart des Kraftwerks im bayrischen Senden ein guter Anfang sein.

Im Vergleich zu anderen Formen der Energiegewinnung geht es beim Holzvergasen vor allem darum, dass der Wirkungsgrad der Kraft-Wärme Kopplung besonders hoch ist. Das Kraftwerk kann am Ende des Prozesses 80 Prozent der zugeführten Leistung wieder abgeben. Bei anderen Kraftwerken, wie beispielsweise einem Kern- oder Kohlekraftwerk, sind es nur 35, beziehungsweise 40 Prozent. Umweltfreundlicher ist ein solches Holzvergasungswerk auch noch, denn es erzeugt im Jahr etwa 40 000 Tonnen weniger Kohlendioxid als andere Kraftwerke.

Das Versorgungsgebiet Senden könnte also in baldiger Zukunft von dem Holzwerk mit Strom und Wärme beglückt werden, für andere Regionen bedeutet dies aber noch nicht viel, denn die Wärme kann nicht über das Fernwärmenetz abgegeben werden. Die 33 Millionen Euro, die das Kraftwerk gekostet hat, sind dennoch nicht unnötig investiert worden. Es wird noch einige Jahre dauern, bis sich die Investition gelohnt hat, doch vielleicht ist dies ja auch nur ein Beispiel für noch viele andere Werke dieser Art, die in Deutschland folgen könnten.

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