Die Digitalisierung heizt die Klimakrise an

Seit Jahren befassen sich Forscher wie Experten mit dem Klimawandel. Immer wieder wird der CO2-Fußabdruck, der beispielsweise durch den Flugverkehr erzeugt wird, kritisiert. Auch die Autofahrer werden immer wieder als Umweltsünder bezeichnet. Dass jedoch die Digitalisierung einen größeren CO2-Fußabdruck wie der Flugverkehr hat, wird nur in den wenigsten Fällen erwähnt.

Dass es jetzt eine umfassende Green IT-Strategie benötigt, zudem auch noch einen strengen Ordnungsrahmen, steht außer Streit. Jedoch scheint es zum aktuellen Zeitpunkt keine Hinweise zu geben, dass daran gearbeitet wird. Berücksichtigt man, dass bereits die 5G-Technologie vor der Tür steht, so wartet schon die nächste Herausforderung. Und das, obwohl man noch gar keine Lösung für bestehende Technologien hat, die jetzt schon eine enorme Umweltbelastung darstellen.

Feuerwehrmann oder Brandbeschleuniger?

Blinker gesetzt und auf die Überholspur. So kann man das Verhalten der Digitalisierung beschreiben. Es ist aber nicht die Digitalisierung alleine, die hier ganz links mit 200 km/h davonschießt – ähnlich schnell ist auch der Automatisierungs- sowie Vernetzungsgrad von Prozessoren und Maschinen. „Was wir von der Digitalisierung bis jetzt gesehen, kann mehr oder weniger als Vorgeschmack eingestuft werden. Im kommenden Jahrzehnt ist eine radikale Veränderung zu erwarten, die nicht mit den letzten 250 Jahren verglichen werden kann“, ist Karl-Heinz Land, Geschäftsführer der neuland GmbH sowie Autor von „Die Zukunft provozieren“ überzeugt. Land ist unter anderem auch davon überzeugt, dass alles digitalisiert wird, was digitalisiert werden kann.

Dass die Digitalisierung durchaus das Potential hätte, für eine nachhaltige Entwicklung zu sorgen, vor allem wenn es darum geht, Hunger wie Armut zu bekämpfen und die Energieverschwendung in den Griff zu bekommen,  davon ist Land überzeugt. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die der Meinung sind, dass es gerade die Digitalisierung ist, die zu einer enormen Umweltbelastung wird. Das heißt, man hofft auf die Rolle des Feuerwehrmannes, jedoch fungiert man als Brandbeschleuniger.

Warum die Digitalisierung eine unsichtbare Belastung ist

Schlussendlich wurde viel versprochen: Videokonferenzen würden Geschäftsreisen ersetzen sowie E-Mails dafür sorgen, dass der Papierkrieg ein Ende findet. Noch ist keines der beiden Öko-Versprechen eingelöst worden. Noch immer fliegen die Geschäftsmänner rund um den Globus und noch immer gibt es Berge an Papier zu bewältigen, wenn man einen Vertrag abschließt. Das liegt wohl auch an der Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO).

Blickt man jedoch auf die Geschwindigkeit, so sieht die Sache anders aus: So kann man heutzutage schon per One-Klick Waren im Internet bestellen, die einen Tag später geliefert und noch am selben Tag retourniert werden können, sofern man damit unzufrieden ist. Natürlich ohne dafür Mehrkosten tragen zu müssen. Auch Flüge – inklusive Hotelzimmer und Ausflüge – können genauso über das Internet gebucht werden; selbst Kino- wie Theaterkarten sind innerhalb von Sekunden gekauft und bezahlt.

Am Abend kann man dann über „Netflix“ oder „Amazon Prime“ Videos wie Serien ansehen oder über YouTube Musikvideos abspielen. Nebenbei verfolgt man noch seine Serienstars über Instagram und verfolgt die neuesten Postings der Freunde über Facebook.

Wer dann noch mit Kryptowährungen handelt, der arbeitet sogar noch mit digitalem Geld. Das heißt, es gibt hier tatsächlich einen rund um die Uhr stattfindenden Betrieb, der vor allem die Rechenzentren fordert, auf denen die Daten gespeichert sind. Denn hier benötigt man ausgesprochen viel Energie und Strom. Mit 5G wartet zudem noch eine weitere Herausforderung. Denn folgt man den neuesten Zahlen der Experten, so wird in Deutschland bis 2025 ein Stromanstieg von um die 3,8 Terawattstunden erwartet – nur aufgrund des neuen 5G-Netzwerks.

Kommen jetzt Warnhinweise?

Zu erwähnen ist, dass es kein globales Phänomen ist. Denn der digitale Überkonsum kann fast nur in reichen Ländern beobachtet werden. So besitzt der durchschnittliche US Amerikaner zehn digital vernetzte Geräte. Der monatliche Verbrauch liegt bei rund 140 Gigabyte. In Indien besitzt man durchschnittlich ein Gerät – und der Datenverbrauch beträgt gerade einmal 2 Gigabyte.

Ein Vorschlag der Experten: Die Nutzer darauf hinweisen, dass sie die Umwelt belasten. So etwa mit Warnhinweisen vor YouTube-Videos. „Das Ansehen dieses Videos belastet die Umwelt.“ Nur fraglich, ob es wirklich einmal derartige Warnungen geben wird.

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