Die Folgen der möglichen Strafzölle für die deutsche Solarenergiebranche

Es ist wieder einmal so weit. Die Branche der Solarenergie ist in aller Munde und in den Medien vertreten wohin das Auge blickt. Diesmal handelt es sich dabei aber nicht um die Kürzung von Förderungen oder Streitigkeiten um die Einspeisung von Ökostrom in das Stromnetz sondern um eine Entscheidung der EU Kommission, die in den kommenden Tagen darüber entscheiden soll, ob den Dumpingpreisen der chinesischen Solarhersteller ein Ende gesetzt werden soll.

Europäische Solarunternehmen beschweren sich bereits seit Jahren über die extrem niedrigen Preise, die die chinesische Konkurrenz für Solarmodule verlangt. Man spricht hier vom Preisdumping und ist der Meinung, dies würde den europäischen Solarmarkt ruinieren. Ganz so abwegig ist das nicht, denn in den letzten Jahren sind schon zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gegangen.

Nach dem Beispiel der USA, die bereits Strafzölle auf Produkte aus China durchgesetzt haben, soll nun auch die EU Kommission darüber entscheiden, ob ein ähnlicher Schritt für den europäischen Markt in Frage kommt. Die Schutzzölle sollen auf Solarmodule von chinesischen Herstellern erhoben werden.

Ökonomen sehen jedoch in diesem Schritt sehr viel mehr Probleme als es die europäischen Produzenten von Solaranlagen tun. Experten halten die Maßnahme in Zeiten der Globalisierung für eine nicht zu akzeptierende Grundhaltung. Man müsse damit rechnen, dass eine solche Entscheidung der Europäischen Kommission erhebliche Wettbewerbsbeschränkungen auf chinesischer Seite nach sich ziehen werde.

Auch die deutsche Solarbranche werde nicht unbedingt von den Zöllen profizieren, da so die Preise für Solaranlagen extrem steigen würden, was zu einem Einbrechen der Nachfrage führen könnte. Manch einer geht sogar so weit, der chinesischen Solarbranche für ihre Dumpingpreise zu danken. Die Solarenergie sei durch den extremen Preisverfall bei Photovoltaik Modulen sehr viel billiger geworden.

Experten hoffen nun noch darauf, dass sich die EU und China auf einem anderen Weg einigen können, so dass die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder nicht unter einem solchen Schritt zu leiden haben. In Zeiten der Globalisierung sollten Strafzölle das letzte Mittel sein. Ob die Stimmen in Brüssel erhört werden, ist ein anderes Thema. Anfang des Monats entscheidet sich nun ob die Strafzölle kommen oder eben nicht.

 

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