Die Grünen auf dem Weg zur Volkspartei

Wie erklärt sich das plötzliche Umfragehoch der Partei und wie gehen die Grünen damit um

Was vor einem Jahr selbst Parteimitglieder noch nicht für möglich gehalten hätten scheint jetzt Realität zu werden. Die Umfrageergebnisse der Grünen sind mit rund 20 Prozent so hoch wie nie zuvor und 2011 könnten erstmals 2 Grüne an der Spitze eines Landes sitzen. Kein Wunder, dass der ein oder andere die Grünen da schon als neue Volkspartei sieht.

Bei der Parteispitze ist man sich unterdessen noch uneins darüber wie mit den plötzlichen Rekordwerten umgegangen werden soll, sodass man sich dort kampfeslustig und optimistisch gibt, gleichzeitig aber auch zur Zurückhaltung mahnt. Am Samstag, beim Landesparteitag in Würzburg machte Claudia Roth jedenfalls keinen Hehl aus dem Führungsanspruch, den die Grünen von nun an für sich einfordern. In Richtung SPD ließ Roth verlauten: „Der SPD rate ich: Hört auf, beleidigt zu sein. Wir sind nicht euer Juniorpartner.“ Der CDU, welche die Grünen laut Roth als Hauptgegner ansehe, sagte Claudia Roth unterdessen den Kampf an: „Das nehmen wir gerne an, Gegnerschaft auf Augenhöhe. Aber macht euch nichts vor, das wird brutal hart, das wird heftig.“ Neben dieser harten Kampfansage waren allerdings auch leisere Töne hörbar. So sagte beispielsweise Schopper: „Wir freuen uns über den Rückenwind, aber wir sehen auch die riesige Verantwortung.“

Wie realistisch die Umfragewerte der Grünen wirklich sind wird sich spätestens bei den ersten Wahlen 2011 herausstellen. Sicher ist jedenfalls, dass der Streit um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und zu einem gewissen Grad auch das umstrittene Projekt Stuttgart 21 für den Höhenflug der Grünen mit verantwortlich sind. Die Tatsache, dass sich die Grünen fast überall in der Opposition befinden und keinerlei Führungsverantwortung tragen, wirkt sich sicherlich auch nicht gerade negativ auf die Umfrageergebnisse aus.

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