Die Industriekletterer

Seit über 20 Jahren ist es zu einer stetig steigenden Normalität geworden, in unserer Landschaft Windparks aus dem Boden sprießen zu sehen. Ob an der See oder im Mittelgebirge, kaum ein Landstrich ist von dem neuen Phänomen der Stromgewinnung unberührt geblieben. Die Branche der Windkraft und erneuerbaren Energien allgemein wird in den Zeiten der Energiewende auch immer wichtiger. Das ist vor allem bei den Beschäftigtenzahlen zu merken. Windparks und Solaranlagen müssen errichtet und gewartet werden.

Den Job der Installation und Wartung von Windkraftanlagen in schwindelerregender Höhe übernehmen die so genannten Industriekletterer. Dies ist ein harter Job, der viel Können erfordert. Immerhin müssen die Kletterer sich, mit Seilen gesichert, an den Türmen in bis zu 135 Metern Höhe auf und ab ziehen lassen. Schwindelfrei sollte man da besser sein, sonst kann man in diesem Beruf im wahrsten Sinne des Wortes kein Bein auf den Boden kriegen.

Wie gekonnte Bergsteiger sieht man sie dann mit voller Sicherungsmontur auf den höchsten Punkten der Anlagen herumturnen. Die Anlagen, die auf dem Festland stehen, bieten schon genug Nervenkitzel, doch in Offshore-Windparks sieht die Angelegenheit noch einmal sehr viel komplizierter aus. Die Kletterer müssen sich hier oft mit Hilfe eines Hubschraubers an die Türme fliegen lassen. Der starke Wind auf hoher See bietet meist auch keine Erleichterung. Doch die Türme und Anlagen müssen gewartet werden, da führt kein Weg dran vorbei. Die Außenwand der so genannten Kanzel muss auf Risse und Schäden überprüft werden und auch im Inneren, wo der Wind in Energie umgewandelt wird, muss es regelmäßige Kontrollen geben.

Dass das Unfallrisiko in dieser Berufssparte überdurchschnittlich hoch ist, muss wohl nicht erst erwähnt werden. Berufsunfähigkeitsversicherungen sind ein absolutes Muss. Die Kletterer gehen das Risiko trotzdem immer wieder ein und arbeiten zum großen Teil an sich auch gerne in der Höhe. Immerhin hat man hier einen beispielslosen Ausblick.

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