Die Mängel von Asse

Bundesumweltminister Röttgen hat Anfang dieser Woche das marode Atommülllager Asse besucht und sich ein Bild davon machen können, wie es in der Anlage bei Wolfenbüttel wirklich aussieht. Er musste bei seinem Besuch feststellen, dass die Sorgen der Bürger, ihre Umgebung könnte bald radioaktiv verseucht werden, nicht unbegründet sind, denn die Mängel im Lager sind frappierend.

In 750 Metern Tiefe lagern die 126.000 betroffenen Fässer mit schwach- oder mittelradioaktivem Müll. Diese müssten schnell aus dem Lager geborgen werden, denn dieses ist nicht mehr sicher.

Der Stollen, in dem die Fässer gelagert werden, ist einsturzgefährdet und da niemand in die Kammern eintreten darf, in dem die möglicherweise schon zerstörten Fässer sich befinden, kann auch niemand mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit sagen, wie es darin aussieht. Wenn gar nichts anderes mehr geht, wird der Stollen einfach verfüllt werden müssen.

Täglich dringen etwa 12.000 Liter Wasser in das Lager ein, möglicherweise hat sich der radioaktive Atommüll schon längst darin aufgelöst. Man möchte nun eine der Kammern anbohren. Es ist eine Kamera an dem Bohrer befestigt, die genauere Einblicke in das Geschehen im Inneren der Kammer bringen soll.

Die Politik hat es in diesem Fall nicht einfach, 32 Auflagen und 1400 Arbeitsschritte sind zu erfüllen. Schon die Bohrauflagen umfassen insgesamt 1000 Seiten. Dennoch ist es keine Lösung, das Lager Asse links liegen zu lassen. Die Anwohner fragen sich sowieso schon, warum es so lange gedauert hat,  bis endlich einmal ein Vertreter der Regierung vorbei gekommen ist, um die Schäden und Mängel zu beurteilen.

Wenn es ganz schlimm kommt, so wird es bis zu 40 Jahre dauern, bis der Atommüll aus dem Lager endgültig geborgen werden kann. Ohne öffentliche Proteste durch die Anwohner kommt fast nichts zustande, um die Lage von Asse zu verbessern. Vielleicht hat der Anblick des Stollens Herrn Röttgen ja so beeindruckt, dass er von nun an ein wenig mehr Nachdruck in die Angelegenheit stecken wird.

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