Diskussion über Atommüllexporte

Zwar werden Deutschland und wenige andere Länder Europas in den kommenden Jahren und Jahrzehnten komplett aus der Atomkraft aussteigen, doch das heißt noch lange nicht, dass das Thema allgemein für beendet erklärt werden kann, denn die Unmengen an Atommüll, die in den vergangenen Jahrzehnten produziert wurden,  müssen schließlich irgendwo verbleiben, denn bis die teils hochradioaktiven Überbleibsel der Kernkraftwerke für ungefährlich erklärt werden können, vergeht noch viel Zeit.

In Deutschland tut man sich mit der Suche nach einem geeigneten Endlager für hochradioaktiven Müll extrem schwer. Der bisher im Fokus stehende Standort Gorleben gilt als ungeeignet, was in der Vergangenheit immer wieder Proteste von Atomgegnern ausgelöst hat, die die Regierung davon zu überzeugen versuchen, dass man Gorleben endgültig als Endlager ausschließen sollte.

Doch der Müll muss schließlich irgendwo gelagert werden. Seit 2005 führt Deutschland schon keine Atommülltransporte ins Ausland mehr durch. Der Atommüll, der in Deutschland produziert wird, solle auch hier im Land verbleiben. Die Diskussion wurde zu Beginn des Jahres wieder angeheizt, als im Zuge der Frage, welches Endlager geeignet erscheint, SPD und Grüne erklärten, sie würden die Gespräche sofort abbrechen, sollte die Regierung sich dazu entscheiden, das Atomgesetz zu ändern und Atommüllexporte in andere EU Länder oder Drittländer wie Russland zuzulassen.

Bundesumweltminister Altmaier fand jedoch bald die richtigen Worte und gab bekannt, dass es hierzulande schon seit vielen Jahren einen Konsens gebe, wonach radioaktiver Müll aus Deutschland auch in Deutschland gelagert wird. Diese Meinung teile die gesamte Bundesregierung. Er sprach sich hierbei jedoch nur über hochradioaktiven Müll aus, von schwachradioaktiven Abfällen war zunächst nicht die Rede.

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