Diskussion um Pipeline Projekte

Seit der Beschluss feststeht, dass Deutschland frühzeitig aus der Atomenergie aussteigen wird, ist die Versorgung durch Gas immer wichtiger geworden. Was dies angeht, ist Mitteleuropa hauptsächlich von östlichen Ländern wie Russland abhängig. Nun ist es zu einer erneuten Diskussion auf diesem Gebiet gekommen, in dem es darum geht, durch welche Leitungen das Gas aus dem Kaspischen Meer nach Europa fließen soll.

Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, so wie die Projekte South Stream, Nord Stream und Nabucco. Erstere werden von den Russen favorisiert, das andere von der EU. Ob man die Projekte jedoch als konkurrierend betrachten soll, steht nicht fest. Hier gehen die Meinungen auseinander. So sagt beispielsweise Kurt Oswald, Energieexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney, dass South Stream vor allem als logistische Alternative anzusehen ist.

Mit dieser Pipeline hätte Russland die Möglichkeit, die Ukraine zu umgehen, die als eher unsicheres Transitland gilt. Oswald geht jedoch auch davon aus, dass Nord Stream nicht allein zusätzliche Volumina nach Europa bringen wird. Durch diese Pipeline alleine könnte die Ukraine etwa zwanzig Prozent der Durchleitungsmengen und so Tarifeinnahmen verlieren. Daher sieht man South Stream eher als eine logistische Alternative.

Um sich selbst nicht so abhängig von Russland und seinen Projekten machen zu müssen, unterstützt die EU hingegen das Pipeline Projekt Nabucco. Immerhin gehe es hier auch um eine gewisse Diversifikation und etwa 39 Prozent des europäischen Gasverbrauchs haben wir Russland zu verdanken. Der Bau von Nord Stream könnte diese Abhängigkeit um weitere drei Prozentpunkte erhöhen. Auch Südeuropa wäre durch den Bau von Nabucco ausreichend mit Gas versorgt, falls es zu Lieferunterbrechungen aus Russland  kommen sollte. Bisher ist dies nämlich noch nicht gewährleistet.

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