Diskussion um Zukunft des Zwischenlagers in Jülich

Atomkraftwerke werden in Deutschland bald der Vergangenheit angehören. Um die zehn Jahre wird man zwar noch warten müssen, doch in dieser Zeit werden immer mehr Kraftwerke vom Netz gehen. Ein Gesetz, das die Bundesregierung im vergangenen Sommer verabschiedet hat, sieht einen verfrühten Ausstieg aus der Atompolitik vor. Auslöser hierfür war das verheerende Unglück in Japan, das sich im vergangenen März ereignete, nachdem durch ein Erdbeben ein Tsunami vor der japanischen Küste ausgelöst worden war, der das Atomkraftwerk Fukushima zerstörte und eine Kernschmelze verursachte.

Für die deutschen Atomgegner gibt es also allen Grund zum Jubeln. Doch man sollte auch bedenken, dass die reine Abschaltung der Kraftwerke noch nicht das Problem an sich löst. Denn obwohl Deutschland in zehn Jahren atomkraftfrei sein wird, so bleibt trotzdem noch der Atommüll, der in den vergangenen Jahrzehnten ebenso ein Streitthema gewesen sein dürfte wie die Kraftwerke an sich. Immerhin ist Deutschland weiterhin Standort für verschiedene Zwischen- und Endlager.

Erst kürzlich entbrannten neue Diskussionen um das Zwischenlager Jülich in Nordrhein-Westfalen. Hier wird hauptsächlich schwach strahlender radioaktiver Müll gelagert, der aus Forschungsarbeiten stammt. Es war geplant gewesen, im kommenden Jahr eine Ladung an Castorfässern in ein weiteres Zwischenlager in Ahaus zu transportieren. Jetzt hat sich jedoch die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gegen den Transport ausgesprochen. Bisher war man sich einig darüber gewesen, dass der Abtransport aus Jülich die sicherste Lösung sei, da die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager im Juli nächsten Jahres auslaufen wird. Man ist sich nicht sicher, ob die Sicherheitsstandards noch ausreichen, gerade deshalb ist vielen die Verhinderung eines Transports ein Dorn im Auge.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan kommt der nordrhein-westfälischen Regierung jetzt jedoch etwas entgegen und gibt bekannt, eine Verschiebung des Transports in Kauf nehmen zu können, wenn bewiesen wird, dass die Sicherheitsstandards auch über 2013 hinaus reichen, um Atommüll zu lagern. In den kommenden Monaten wird endgültig eine Entscheidung getroffen werden. Doch diese Diskussion zeigt wieder einmal, dass das Thema Atomkraft noch lange nicht vom Tisch ist in Deutschland.

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