Chemie gegen Dürre – Silber als Regenmacher

Dass die Häufigkeit von Dürreperioden und die Ausbreitung der Wüsten weltweit zunehmen, ist vermutlich den meisten Menschen bereits bekannt. Dass damit neben den tiefen ökologischen Implikationen auch die Landwirtschaft im großen Maßstab betroffen ist, wahrscheinlich auch – schließlich wurden Ernteausfälle in den vergangen Jahren oft als ernstzunehmendes Problem in den Medien diskutiert und schlagen sich zunehmend in den Endverbraucherpreisen nieder.

Die Dürre ist teuer
So fielen die Maispreise von 4,40 US $ pro Scheffel (etwa 36,36 Liter) im Juni 2009 auf etwa 3 US $ im September des selben Jahres, Mexikos Bevölkerung war erstmals nicht in der Lage, ihr täglich Brot in Form der Mais-Tortillas zu bezahlen. Weizen fiel im selben Zeitraum um rund 25 Prozent, Raps und Soja büßte rund ein Drittel des Marktwerts ein. Neben den nun spürbaren Auswirkungen durch Monokulturen in der Landwirtschaft und der Veredelung von Biomasse zu Treibstoffen werden dafür vor allem anhaltende Dürren verantwortlich gemacht.

Schuld ist indes nicht der Mangel an Wolken, sondern vielmehr der Mangel an den sogenannten Gefrier- oder Kondensationskeimen darin. Denn Regen entsteht, wenn der Wasserdampf an Schwebeteilchen in der Luft wie Staubpartikeln oder Salzkristallen kondensiert und sich ausreichend schwere Tröpfchen bilden.

Die Wolken anzapfen – wann und wo man sie braucht
Hier kommt das Silberiodid ins Spiel: Denn durch die sogenannte Wolkenimpfung mit der Chemikalie wird bereits seit den 1950er Jahren versucht, das Wetter gezielt zu beeinflussen.

Das unscheinbare gelbliche Salz ist wasserunlöslich und weist aufgrund seiner kristallinen Struktur viel Oberfläche auf. Da es zudem günstig herzustellen ist, eignet es sich sehr gut als Gefrierkeim. Es wird in der Regel mit Acetone vermischt und in Form von Feinstaerosolen von Flugzeugen über Wolken versprüht, woraufhin die Wolken den Wasserdampf mehr oder weniger vorhersehbar in Form von Niederschlag abgeben.

Der Mensch als Wettermacher
Will heißen: Es lässt sich nicht immer genau berechnen, wo der Niederschlag herunterkommt und in welcher Form. So erlebte die chinesische Hauptstadt Peking gegen Ende des Februars 2009 eine für die Region und Jahreszeit höchst ungewöhnliche Überraschung: Aufgrund einer anhaltenden Dürre in der Weizenregion um Shandong hatten Piloten der China Meteorological Administration über 180 Dosen Silberiodid in die Wolken über Südostchina geimpft, mit dem Ziel, etwa 800 000 Hektar Ernte zu retten. Prompt regnete es 40 Millimeter in der Agrar-Provinz Anhui, in Peking weiter nördlich lagen dagegen rund 30 Zentimeter Schnee.

China lässt sich die Wettermanipulation übrigens einiges kosten: Schätzungsweise 60 Millionen Euro fließen pro Jahr in das Projekt Wolkenimpfung, über 30 000 Menschen sind über das Programm beschäftigt und mindestens 35 Wetterfleugzeuge stehen für den Einsatz ständig bereit.

Doch auch hierzulande wird diese Technik angewandt. Im bayrischen Landkreis Rosenheim werden seit 1975 zwei Anti-Hagel-Flugzeuge eingesetzt, um die Landwirtschaft der Region vor extremen Wettereinflüssen zu schützen.

Das Wetter als Waffe?
Kritische Stimmen gegen den Einsatz von Silberiodid merken vor allem an, dass der Mensch die Dynamiken des Wetters noch zu wenig verstanden hat und Manipulationen gemäß der sogenannten Chaos-Theorie unberechenbare Folgen haben können. Darüber hinaus setzen die USA das Silberiodid neben anderen Chemikalien wie etwa Natriumthiosulfat ein, um die Atmosphäre derart mit ionaktiven Aerosolen zu sättigen, bis ein regelrechtes Plasma entsteht. Dieses wird im Rahmen des HAARP-Projekts genutzt, um bis zu einer Million Watt Mikrowellenstrahlung in die Ionosphäre zu schießen – angeblich um den Funkverkehr mit U-Booten aufrechtzuerhalten. Gegner dieser Forschungsreihe sprechen gar von einer „Wetterwaffe“ und das ist gar nicht so weit hergeholt:

So wurde HAARP bereits 1999 in einem Bericht des Europaparlaments „wegen der weitreichenden Umweltauswirkungen für eine globale Angelegenheit“ erklärt und die USA aufgefordert, diesbezügliche Forschungen und Einsätze einzustellen.

Quellen:
Kurzinformation zum Thema von Online-Aktivisten:
http://www.duckhome.de/tb/archives/6438-Die-umweltschaedigenden-Regenmacher.html

Wetterexperimente der chinesischen Regierung enden im Chaos
http://www.news.de/gesellschaft/778583706/das-wetter-laesst-sich-nur-bedingt-kontrollieren/1/

Weitere Nachricht zum Thema: Artikel im Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/magazin/nachrichten/kuenstliches-wetter-peking-macht-schnee;2477100

Vortrag von Werner Altnickel zu Chemtrails und den Auswirkungen
http://video.google.de/videoplay?docid=2948615405691506381&ei=T2SDS6jxN4jW-Ab2n_SiCQ&q=haarp&hl=de&dur=3&client=firefox-a#

Quellen Rohstoffpreise
http://www.finanzen.net/rohstoffe
http://www.boerse.de

Homepage des HAARP Projekts
http://www.haarp.alaska.edu/

Bericht des EU-Parlament u. a. zu HAARP
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A4-1999-0005+0+DOC+PDF+V0//DE

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