EEG-Novelle seit 1. August in Kraft – Worauf Solarbetreiber achten sollten

Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist entgegen allen Kritiken seit dem 1. August 2014 offiziell rechtsgültig. Für die Branche stellt sich nun die Frage, wie man sich künftig aufstellen sollte um den neuen EEG-Regelungen gerecht zu werden und möglichst wenige Einbußen zu erleiden. Vor allem die Solarbranche muss sich mit einer Vielzahl von Neuerungen auseinandersetzen. Dies betrifft den Eigenverbrauch genauso wie die Marktintegration.

Kleinstbetreiber fallen unter die Bagatellgrenze des Eigenverbrauchs

Eine der zentralsten Neuerungen im EEG ist die Belastung des Eigenverbrauchs die bis 2017 zudem einer Progression unterliegt. So müssen Betreiber von Solaranlagen ab diesem Jahr 30 Prozent der EEG-Umlage auf den eigens produzierten und selbst verbrauchten Strom entrichten.

Bis zum Jahr 2017 soll dieser Prozentsatz gar auf 40 Prozent steigen. Lediglich Anlagen mit zehn oder weniger Kilowatt elektrischer Leistung fallen unter die Bagatellgrenze und sind daher von der Regelung ausgeschlossen. Dies betrifft vor allem Privathaushalte mit Sonnenkollektoren auf den Häuserdächern. Wer Wärme erzeugt und nutzt bleibt weiterhin von der Umlage befreit, diese gilt wie gehabt nur für Strom.

Bei der Vergütung werden die meisten Betreiber aufatmen, da diese nicht so radikal gesenkt wurde, wie zuerst angekündigt. Anlagen mit bis zu zehn Kilowatt Leistung bekommen seit dem 1. August 12,75 Cent pro Kilowattstunde. Bis 500 Kilowatt gibt es noch 11,09 Cent pro Kilowattstunde. Neu ist der sogenannte atmende Deckel, durch welchen die monatlichen Neuinstallationen die jeweilige monatliche Vergütung sinken lassen, dabei sinkt allerdings nicht der Vergütungssatz selbst, sondern die Degressionsrate.

Bis 2016 erhalten Anlagen bis 500 Kilowatt die vollen 100 Prozent Einpeisevergütung, danach sinkt die Grenze auf 100 Kilowatt. Für Dachanlagen von 10 bis 10.000 Kilowatt, die in der vergangenen EEG Fassung errichtet wurden gilt die alte Marktintegrationsregel, das heißt sie erhalten auf maximal 90 Prozent der produzierten Jahresstrommenge eine Vergütung.

Bei der Direktvermarktung gilt nun, dass Strom aus Anlagen mit mehr als 500 Kilowatt Leistung direkt an der Strombörse oder an Großabnehmer vermarktet werden müssen. 2016 soll diese Vermarktungsschwelle sogar auf Anlagen bis zu 100 Kilowatt gesenkt werden. An dem System der Managementprämie und der Marktprämie wird festgehalten.

Die um zwei Cent reduzierte EEG-Umlage für grünen Strom bei lokaler Direktlieferung wurde gestrichen. Dies betrifft vor allem Mieter. Im Streit um das EEG sind die Regelungen letztlich weitgehend akzeptabel ausgefallen, so die Meinung vieler Experten. Die befürchtete Vollbremsung der Energiewende wird wohl nicht eintreffen. Trotzdem sind sich viele Branchenvertreter einig, dass eine erneute EEG-Novelle in sehr naher Zukunft kaum zu umgehen ist.

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