Ein Blick in die Geschichte: Woher kommt eigentlich die Idee zur Energiewende?

Es ist das Schlagwort der Energiepolitik unserer Tage, die Energiewende. Egal aus welchem politischen Lager die Stimmen kommen, alle unterstützen die Energiewende, wenn auch mit verschiedensten Umsetzungsstrategien. Doch woher kommt eigentlich die Idee eines erneuerbaren Energiesystems und wie alt ist sie? Haben die geistigen Väter der Energiewende eine ähnliche Umsetzung im Sinn gehabt oder ist man heut vollkommen von der Grundidee abgewichen?

Erste Anfänge im 16. Jahrhundert

Die Debatte über ein regeneratives Energieversorgungssystem ist älter als die Energieerzeugung mittels fossiler Energieträger in Deutschland. Die Ursprungsidee stammt aus dem Großbritannien des 16. Jahrhunderts. Schon damals war man in Ansätzen der Meinung, dass der damalige zentrale Energieträger Kohle, endlich sein könnte. So kam es beispielweise zu ersten Exportverboten für Kohle. Trotzdessen war die generelle Meinung bis in das 18. Jahrhundert, dass die Kohlevorräte unerschöpflich seien. Ein erster bedeutsamer historischer Zeitpunkt stellt das Jahr 1865 dar. Der englische Ökonom William Stanley Jevons erkannte erstmals, dass die Kohleförderung exponentiell steigen werde und nicht einfach linear fortgeschrieben werden könne. Unter dieser Prämisse stellte Jevons die Behauptung auf, dass Kohle irgendwann erschöpft sein muss, unabhängig davon wie hoch die Vorräte sind. In Deutschland kamen ähnliche Gedanken erst im 19. Jahrhundert auf, in welchem beispielsweise der deutsche Physiker Rudolf Clausius zu einer „weisen Ökonomie“ im Umgang mit den Ressourcen mahnte.

Der moderne Energiewendebegriff

Während des 20. Jahrhunderts konzentrierte man sich vor allem auf die neuen fossilen Technologien und strukturierte die Energieversorgung immer zentraler. Allerdings wurden zu dieser Zeit, vor allem in der Windanlagentechnik, wichtige Grundlagen erforscht und auch erprobt. Die erste moderne Bewegung für die Umstrukturierung des Energiesystems in Richtung erneuerbarer Energiequellen, entstand im Zuge der Ölkrise Mitte der 70er Jahre. Zentrale Aspekte dieser Bewegung betrafen vor allem den Ausbau erneuerbarer Energieträger und eine Erhöhung der Energieeffizienz. Auch heute sind diese Aspekte die wichtigsten in Bezug auf die Energiewende, was dazu führt dass die Idee weiterhin nach ursprünglichem Vorbild abläuft, wenn auch mit streitbaren Maßnahmen.

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