Ein Jahr nach Fukushima, was hat sich in Deutschland getan?

Ein Jahr nachdem es in Fukushima in Japan zu einem der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte gekommen ist, scheint das Thema Atomkraft bereits wieder vom Tisch zu sein. Nach der Katastrophe in Japan im vergangenen März war ein Aufschrei durch alle Länder dieser Welt gegangen.

Es hatte dazu geführt, dass so manche Nation ihre Atompolitik begann zu überdenken. Darunter auch die Bundesrepublik. Angela Merkel, die sonst so kühl und sachlich rüberkommt, war ehrlich betroffen von den Geschehnissen und bald versprach die Regierung, einen verfrühten Atomausstieg Deutschlands voranzutreiben.

So geschah es dann letztendlich auch. Im August wurde ein Gesetz verabschiedet, in dem festgelegt wurde, die Genehmigungen für deutsche Atomkraftwerke nicht weiter zu verlängern. Dies hatte zur Folge, dass auf direktem Wege acht Kraftwerke in ganz Deutschland vom Netz gehen mussten, die übrigen werden in den nächsten zehn Jahren dem gleichen Schicksal folgen.

Doch zu einem verfrühten Atomausstieg Deutschlands gehört nicht nur das Abschalten der Atomkraftwerke, sondern auch der Ausbau der Stromnetze, das Errichten von Gaskraftwerken, die eine umweltfreundlichere Alternative zu Kohlekraftwerken darstellen und Energie produzieren sollen, die durch die fehlende Atomkraft wegfällt und das Schaffen neuer Energiespeicher.

Die Bundesregierung versprach, was all diese Punkte betraf, am Anfang viel, doch was ist bisher geschehen? Das Stromnetz ist noch nicht annähernd genug ausgebaut, um ausreichend Strom von Nord- nach Süddeutschland zu transportieren. Bisher ist noch kein Bau eines neuen Gaskraftwerks realisiert worden und auch bei den Energiespeichern hapert es.

Die Technologie, die dafür nötig ist, steckt noch in den Kinderschuhen und wird womöglich noch Jahre brauchen, um richtig ausgereift zu sein. Etablierte Alternativen wie Pumpspeicherwerke sind nicht an jedem Ort möglich und werden zudem nicht überall erwünscht. Allein das niedersächsische Unternehmen Volkswagen plant, im Harz ein altes Kraftwerk zu einem solchen Pumpspeicherwerk auszubauen.

Doch selbst dieses Projekt steht noch in den Sternen. Die Politiker in Deutschland sollten untereinander zu einer Einigung kommen, bevor sie weitreichende Entscheidungen treffen. Bisher sieht es für die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, allerdings nicht allzu rosig aus.

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