Eine einheitliche Energiewende für Europa?

In einzelnen europäischen Ländern besinnt man sich immer mehr auf energiewendenähnliche Strukturen. Neben Deutschland wollen nun auch Länder wie Belgien, die Schweiz oder Österreich aus der Atomkraft aussteigen und selbst in Atomnationen wie Frankreich oder Großbritannien werden die erneuerbaren Energien inzwischen mehr gefördert als noch vor ein paar Jahren. Eine Studie der Heinrich-Böll Stiftung ist nun allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass Europa nur dann erfolgreich ein grundlegend neues Energiesystem gestalten kann, wenn es zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit innerhalb des Kontinents kommt.

Die Studie, die den Namen „Eine Europäische Union für Erneuerbare Energien“ trägt, wurde in dieser Woche vorgelegt und beinhaltet innovative Lösungsansätze zum Netzausbau und einer kosteneffizienteren Förderung der erneuerbaren Energien. Sie weist darauf hin, dass man mit einer einheitlichen Wende in der Energieversorgung europaweit sehr viel besser vorankommen würde, als wenn, so wie es derzeit der Fall ist, jeder an seinem eigenen Strang zieht. Vorreiter wie Deutschland, Österreich oder Skandinavien könnten anderen Staaten, die noch nicht so weit sind, hierbei als Vorbilder dienen.

Die Vernetzung innerhalb Europas könnte die Kosten senken, die Versorgungssicherheit erhöhen und den Markt für innovative Energietechniken vergrößern. Wenn große Staaten wie Deutschland in einigen Jahrzehnten nur noch durch die Erneuerbaren versorgt werden sollen, sei der Bau von flexiblen Reservekraftwerken und Stromspeicherkapazitäten nötig, damit es nicht zu einem Zusammenbruch des deutschen und anderer Stromnetze kommt. Die Studie empfiehlt außerdem ein europaweit einheitliches Ziel bei Investitionen in erneuerbare Energien. Bis zum Jahr 2030 sollte die Versorgung durch erneuerbare Energien in ganz Europa mindestens 45 Prozent betragen, bis 2050 sogar 100 Prozent.

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