Energiekonzerne lassen Aktionäre zahlen

Die Aktionäre der großen deutschen Energiekonzerne wie RWE, Eon und EnBW werden in den kommenden Jahren nicht viel zu lachen haben, denn sie sind ebenfalls Leidtragende der Einsparungen und Verluste, die die Unternehmen im Zuge der Energiewende durchlaufen müssen.

Als die Bundesregierung im vergangenen Sommer beschloss, die deutschen Atomkraftwerk im Laufe der nächsten zehn Jahre komplett vom Netz zu nehmen, dürfte der lauteste Aufschrei wohl von den großen deutschen Energiekonzernen gekommen sein. Für sie, die den Boom der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren gehörig verschlafen haben, ist der Trend zu einem Deutschland ohne Atomenergie besonders überraschend und alles andere als gelegen gekommen.

Mit anderen Worten heißt das, dass sich RWE, Eon und Co in den kommenden Jahren besonders an die Investition in erneuerbare Energien werden machen müssen. Dazu brauchen sie finanzielle Unterstützung, die zu einem gewissen Anteil von ihren eigenen Aktionären kommen muss. Einige der Unternehmen planen deshalb, die Ausschüttungen und Dividenden stark zu reduzieren. Der größte deutsche Energieversorger Eon beispielsweise hat seine Aktionäre bereits darauf eingestimmt, dass sie statt einer versprochenen Ausschüttung pro Aktie von 1,30 Euro nun mit nur einem Euro rechnen müssen.

Das Sparprogramm, das Konzernchef Johannes Teyssen vorgesehen hat, wird auch viele Arbeitsplätze betreffen. Ganze 11.000 sollen in den kommenden Jahren abgebaut werden, 6000 davon werden Deutschland direkt betreffen. Laut Konzern sind diese Maßnahmen jedoch dringend nötig, um ein Wachstum des Unternehmens zu gewährleisten, gerade weil diesem in den nächsten Jahren gehörige Verluste drohen, sowie massive Ausgaben zur Investition in erneuerbare Energien.

Nicht nur Eon, sondern auch RWE ist von der Wende in der Energiepolitik Deutschland s betroffen. Jedes abgeschriebene Atomkraftwerk kostet das Unternehmen bis zu eine Million Euro am Tag. Hinzu kommt eine vor kurzem eingeführte Brennelementsteuer, die die Taschen der Konzerne belastet. Einzig die gestoppte großzügige Förderung für Solarenergie könnte den großen Unternehmen zu Gute kommen, da die Solarbranche diese langsam aber sicher von ihrem Platz verdrängte.

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