Energiewende – Eine Momentaufnahme

Als man bundespolitisch die Energiewende und damit die Abkehr von der konventionellen Energieversorgung beschloss, gab es nicht wenige Skeptiker. Viele Menschen hielten die Ambitionen für utopisch und die grundlegende Ursache für den Ausstieg aus der konventionellen Energiewirtschaft, der Klimawandel, wurde auch angezweifelt. Immerhin gab es ja über die gesamte Erdgeschichte diverse Warm- und Kaltzeiten. Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Volksmund auch Weltklimarat genannt, haben nun in regelmäßigen Abständen aufgezeigt, dass der momentane Klimawandel stark mit der Industrialisierung korreliert und daher durch menschliche Aktivitäten hervorgerufen wurde. Viele, wenn auch nicht alle, Kritiker sind verstummt. Die deutsche Energiewende läuft indes auf Hochtouren. Zeit für ein Zwischenfazit: Ist die regenerative Energiewirtschaft bald Realität?

Weiterhin existieren viele „Baustellen“

Im Strombereich ist der Anteil an erneuerbaren Strom momentan so hoch wie nie. Im ersten Halbjahr 2014 haben die erneuerbaren Energien demnach 28,5 Prozent des deutschen Bedarfs an Elektrizität gedeckt. Bedenkt man, dass das Ziel der Bundesregierung ein 35-prozentiger Anteil bis 2020 ist, so kann man sich entspannt zurücklehnen. Oder doch nicht? Neben dem Stromsektor existieren auch noch der Wärme- und Mobilitätsbereich. Hier ist die Entwicklung zwar auch durchaus positiv, doch von derart hohen Anteilen wie im Stromsektor sind die beiden anderen Bereiche noch weit entfernt. Zudem ist eine große Baustelle der Regenerativwirtschaft weiterhin ungelöst. Die Speicherproblematik. Wind- und Solarenergie sind fluktuierend und können keinen grundlastfähigen Strom erzeugen. Dieses Problem gefährdet die Versorgungssicherheit, weshalb die Thematik „Speicher“ aktuell stark diskutiert wird. Pumpspeicher, Druckluftspeicher, kinetische Speicher oder Wasserstoffspeicher. An Technologien und innovativen Ideen mangelt es kaum. Doch der perfekte Mix aus fluktuierenden Energien, Speichern und Netzen ist noch nicht gefunden, weshalb in naher Zukunft kaum auf die grundlastfähigen konventionellen Kraftwerke verzichtet werden kann. Die Energiewende ist also durchaus angelaufen und kann erste Erfolge verzeichnen. Die großen Herausforderungen warten allerdings noch darauf gelöst zu werden, weshalb das Großprojekt unserer Zeit weiterhin spannend bleibt.

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