Energiewende international: Andere Länder, andere Energiequellen

Der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen ist ein weltweites Projekt und wird in vielen Industriestaaten, aber auch schon in einigen Schwellenländern massiv voran getrieben. Die deutsche Energiewende, die damit einhergehenden Instrumente, Ziele und Probleme sind weitgehend bekannt. Doch wie läuft die Umstellung der Energiewirtschaft in anderen Nationen der Welt ab, wer ist ambitioniert, wer ist eher nachlässig und von welchen Ländern können wir in der Umsetzung noch etwas lernen?

Unsere nördlichen Nachbarn setzen auf Windkraft

In Dänemark entstanden die ersten Bemühungen zur Umstrukturierung der Energieversorgung in Folge der Ölkrise Mitte der Siebziger Jahre. Die ersten Ideen schlugen vor, die Energiewirtschaft weitgehend auf Atomkraft zu fixieren. Diese Pläne setzten sich allerdings nicht durch, da massive Protestbewegungen entstanden. Letztlich entschied man sich für den Ausbau der Windenergie. Im Laufe der Zeit setzten sich in Dänemark viele kleine und dezentrale Windanlagen durch. Begünstigt durch die Windhöffigkeit in Dänemark und der dezentralen Siedlungsstruktur des Landes ist Windenergie heute die wichtigste regenerative Energiequelle in Dänemark. Anders als in Deutschland wird der Ausbau nicht so stark reglementiert, was vielen privaten Betreibern eine weitgehend behördlich unabhängige Installation einer eigenen Anlage erlaubt. Heute decken die erneuerbaren Energien über 40 Prozent des dänischen Stromverbrauchs. Windenergie ist mit 28,1 Prozent die wichtigste Quelle. Auch Großbritannien setzt in ähnlicher Weise auf Windenergie.

Frankreich und Japan als Nachzügler

Die französische Debatte um eine Energiewende ist noch in den Kinderschuhen. Erst seit dem Jahr 2012 setzt man sich unter dem Stichwort „Ökologischer Patriotismus“ mit einem erneuerbaren Energiesystem auseinander. Geplant ist beispielsweise die Senkung der Treibhausgasemissionen um 60 Prozent bis 2040. Konkrete Maßnahmen haben die Franzosen bisher noch nicht beschlossen. Ähnlich ist die Situation in Japan. Nach der Katastrophe von Fukushima einigte man sich im japanischen Parlament auf einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft bis in das Jahr 2040. Aufgrund von massiven industriellen Lobbyismus musste dieses Ziel allerdings revidiert werden. Japan hat die Energiewende momentan zwar gebilligt, den Zeitpunkt der Umsetzung allerdings offen gelassen.


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